Kneippbecken ist ein flaches Becken mit kaltem Wasser, durch das du im Storchengang watest, also bei jedem Schritt einen Fuß ganz aus dem Wasser hebst. Man nennt es auch Tretbecken. Das Wasser reicht laut Apotheken Umschau etwa bis zur Wade, wissen.de nennt eine Temperatur von 16 bis 17 Grad. Kneippbecken findest du in Kurorten, Parks, an Wanderwegen und in vielen Saunaanlagen.
Herkunft
Sebastian Kneipp, geboren 1821, wirkte ab 1855 als Pfarrer in Bad Wörishofen und machte Wasseranwendungen wie Güsse, Bäder und Wassertreten bekannt. Wasser war für ihn eines von fünf Elementen, die der Kneipp-Bund heute so nennt: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Seit 2015 steht das Kneippen im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission. Laut Ärzte Zeitung gibt es in Deutschland rund 1200 Kneipp-Vereine.
So läuft das Wassertreten ab
Claudia Sachon, Kneipp-Gesundheitstrainerin an der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen, beschreibt es gegenüber ZDFheute so: Du startest mit warmen Füßen, steigst ins kalte Becken und gehst langsam im Storchengang, bis der Kältereiz spürbar ist. Danach streifst du das Wasser mit den Händen ab, ziehst Socken an und gehst ein paar Schritte, damit die Füße wieder warm werden. Der Grundsatz lautet: Kälte nur auf einen warmen Körper. Bleib nicht so lange im Wasser, dass du auskühlst.
Kneippbecken in der Sauna
In Saunaanlagen kühlst du im Kneippbecken nach dem Saunagang vor allem Füße und Beine ab, oft nach dem Kneippschlauch oder der Dusche. Manche Anlagen nennen auch das Tauchbecken umgangssprachlich Kneippbecken, gemeint ist dann aber ein tiefes Becken für den ganzen Körper. Halte dich am Geländer fest, wenn es eines gibt, denn der Beckenboden kann glatt sein. Das Gegenstück ist das Fußwärmebecken, in dem du die Füße danach wieder aufwärmst. Mehr zur Reihenfolge findest du im Artikel Abkühlen nach der Sauna.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt man im Kneippbecken?
Eine feste Zeit gibt es nicht. Nach der Sebastian-Kneipp-Akademie gehst du so lange, bis du die Kälte deutlich spürst, aber nicht so lange, dass du auskühlst.
Wann solltest du nicht kneippen?
Laut Sebastian-Kneipp-Akademie bei koronarer Herzkrankheit und Durchblutungsstörungen sowie bei akuten Infekten wie Blasen- oder Nierenentzündung. Mit Vorerkrankungen sprichst du vorher mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
Verwandte Begriffe: Kneippschlauch, Fußwärmebecken, Wechselreiz und Frigidarium. Alle Begriffe findest du im Sauna-Lexikon.
