In einer finnischen Sauna herrschen 80 bis 100 °C bei trockener Luft. Ein Dampfbad kommt mit 40 bis 60 °C aus, dafür bei fast 100 Prozent Luftfeuchte. Und eine Infrarotkabine hat gar keinen Ofen mit Steinen. Kein Wunder, dass ein Aufguss nicht überall gleich funktioniert. Hier siehst du, wofür dein Konzentrat gemacht ist, was große Hersteller wie Harvia, EOS und Tylö vorgeben und welche Duftform in welche Kabine gehört.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Aufgusskonzentrat ist für heiße Steine gemacht.
- Im Dampfbad duftet es über den Dampferzeuger.
- In den Wassertank gehört kein Konzentrat.
- Die Infrarotkabine verträgt keine Flüssigkeit an den Strahlern.
- Für Infrarot gibt es Sprays und Duftschalen.
- Diffusoren brauchen reine ätherische Öle.
- Verdampfer und Kombiofen nutzen die Duftschale.
1. Aufgusskonzentrat ist für heiße Steine gemacht
Ein klassischer Aufguss folgt einem einfachen Prinzip. Du verdünnst das Konzentrat im Kübel mit Wasser und gießt die Mischung mit der Kelle auf die heißen Saunasteine. Das Wasser verdampft schlagartig, die Luftfeuchte steigt kurz an, und der Duft verteilt sich in der Kabine. Damit das funktioniert, enthält ein Aufguss neben den Duftölen meist Alkohol als bewährtes Lösungsmittel oder einen Emulgator. Beide sorgen dafür, dass sich die Öle im Wasser verteilen, statt oben zu schwimmen. Harvia schreibt in der Anleitung seiner Saunaöfen, dass das Wasser für den Aufguss den Anforderungen an sauberes Haushaltswasser entsprechen soll. Und eine Regel gilt überall: Konzentrat nie pur verwenden. EOS schreibt das sogar ausdrücklich in die Anleitung seiner Duftschale. Die Grundidee des Rituals erklärt Was ist ein Saunaaufguss? Für alle anderen Kabinen gilt: erst die Anleitung des Herstellers lesen, dann den Duft wählen.
2. Im Dampfbad duftet es über den Dampferzeuger
Im Dampfbad gibt es keine Steine. Ein Dampferzeuger außerhalb der Kabine erhitzt Wasser und leitet den Dampf hinein. Der Duft kommt über eine eigene Dosierung dazu. Eine Steuerung von EOS etwa regelt eine externe Duftdosierpumpe in 15 Stufen: Dosierzeit 1 bis 15 Sekunden, Intervalle von 1 bis 30 Minuten, Start erst nach 30 Minuten oder ab 30 °C. Tylö bietet eine Duftpumpe an, die an die Dampfleitung angeschlossen wird. Beim US-Hersteller MrSteam wird der Duft über ein Rückschlagventil in die Dampfleitung kurz vor dem Dampfauslass gepumpt. Bei kleineren Geräten wie dem Harvia Nova kommt eine spezielle Duftflüssigkeit in eine Öffnung an der Dampfdüse. Das Prinzip ist immer gleich: Der Duft geht in den Dampfstrom, nicht in das Wasser, das erhitzt wird. Mehr zu den Unterschieden der beiden Bäder liest du in Dampfbad oder Sauna?
3. In den Wassertank gehört kein Konzentrat
Bei der Frage, welche Düfte in ihre Geräte dürfen, sind die Hersteller deutlich. Harvia schreibt für den Nova, dass nur Duftflüssigkeiten verwendet werden sollen, die für Verdampfer bestimmt sind. Riecht der Wassertank nach Duft, soll man prüfen, ob Duftflüssigkeit aus dem Dampfrohr zurückläuft. MrSteam lässt in seiner Duftpumpe nur die eigenen Essenzen zu, weil andere Düfte zu einer zu hohen Konzentration im Raum führen können. Außerdem rät MrSteam, die Pumpe sehr niedrig einzustellen. Daraus ergeben sich drei Regeln:
- Kein Saunaaufguss in den Wassertank oder den Wasserzulauf des Dampferzeugers.
- Nur Essenzen verwenden, die der Gerätehersteller für sein Dampfbad freigibt.
- Mit der kleinsten Duftstufe beginnen und langsam steigern.
Wenn du ein Dampfbad zu Hause hast und unsicher bist, frag beim Hersteller deines Dampferzeugers nach. Seine Anleitung hat immer Vorrang.
4. Die Infrarotkabine verträgt keine Flüssigkeit an den Strahlern
In einer Infrarotkabine wärmen Strahler direkt deinen Körper. Es gibt keinen Ofen mit Steinen, auf denen Wasser verdampfen könnte. Ein Aufguss im klassischen Sinn ist deshalb nicht vorgesehen. Die Hersteller warnen außerdem deutlich vor Flüssigkeit an der Technik. In der Anleitung eines Kabinenherstellers heißt es, dass die Heizelemente nicht mit Flüssigkeit in Kontakt kommen dürfen, da es zu Stromschlägen führen kann. Flüssigkeiten sollen von den Strahlern ferngehalten werden, um Kurzschlüsse zu verhindern. Dieselbe Anleitung rät, komplett trocken in die Kabine zu steigen, weil Wasser das Holz beschädigen kann. Und leicht entzündliche Stoffe gehören laut Hersteller nicht in den Innenraum. Eine Flasche mit alkoholhaltigem Konzentrat bewahrst du also nicht auf der Ablage in der Kabine auf. Welche Duftwege trotzdem gut funktionieren, zeigen wir in Infrarotkabine: 6 Duft-Tipps für deine Wärmekabine.
5. Für Infrarot gibt es Sprays und Duftschalen
Für die milde Wärme einer Infrarotkabine ist ein Spray die einfachste Lösung. Du sprühst es vor dem Betreten sparsam auf Holzflächen oder in die Luft, nie direkt auf Strahler, Bedienfeld oder Kabel. Unsere Infrarotkabinensprays sind genau für diesen Einsatz gemacht. Eine zweite Möglichkeit ist eine hitzefeste Schale mit warmem Wasser und ein paar Tropfen Aufgusskonzentrat, die weit weg von Strahlern und Elektronik steht. Weil keine heißen Steine nachhelfen, duftet sie nur zart. Diese Variante kommt allerdings nur infrage, wenn die Anleitung deiner Kabine Wasser im Innenraum nicht ausschließt. Manche Hersteller raten ausdrücklich davon ab. Ist das bei dir so, stell die Schale vor die Kabine oder bleib beim Spray. In jedem Fall gilt: Duft sparsam dosieren und lieber einmal nachsprühen als zu viel auf einmal.
6. Diffusoren brauchen reine ätherische Öle
Ultraschallvernebler zerstäuben Wasser über eine schwingende Membran zu feinem Nebel. Diese Technik ist empfindlich, und die Hersteller schränken deshalb ein, was in den Tank darf. In der Anleitung eines Aromaverneblers von Primavera heißt es, dass keine anderen Flüssigkeiten als Wasser und ätherische Öle verwendet werden dürfen. Zähflüssige Öle können das Gerät beschädigen. Muji erlaubt in seiner Anleitung nur naturreine ätherische Öle und höchstens 2 bis 3 Tropfen auf 100 ml Wasser. Öl auf der Membran kann zu Störungen führen. Ein Aufgusskonzentrat ist dagegen eine fertige Mischung mit Lösungsmittel oder Emulgator, entwickelt für heiße Steine und nicht für diese Technik. Für den Diffusor nimmst du deshalb reine ätherische Öle, für schnellen Duft im Raum ein Raumspray. Die Unterschiede vergleichen wir in Raumspray oder Diffuser?
7. Verdampfer und Kombiofen nutzen die Duftschale
Viele Heimsaunen haben einen Kombiofen. Er hat neben den Steinen einen Verdampfer, also einen Wasserbehälter mit eigener Heizung, der ein mildes, feuchtes Klima wie in der Bio-Sauna erzeugt. Bei einem Kombiofen von SAWO fasst der Behälter 5 Liter, darüber sitzen Duftschalen. Damit ist die Aufgabenteilung klar: In den Behälter kommt Wasser, der Duft kommt in die Schale. Die Anleitung warnt, dass Abdeckung und Duftschalen im Betrieb sehr heiß werden und der Behälter nie trocken laufen darf. EOS beschreibt für seine Duftschale Scent Trophy, die vom Saunaofen erwärmt wird, den Ablauf so: Saunadüfte oder ätherische Öle nach Herstellerangabe mit Wasser verdünnen und vor dem Einschalten einfüllen. Trockene Kräuter oder Kräuterbeutel gehören nie in die Schale, Essenzen nie pur hinein. Im finnischen Betrieb gießt du ganz normal auf die Steine auf. Mehr zur Technik erklärt der Lexikon-Eintrag Verdampfer.
Häufige Fragen
Kann ich Saunaaufguss im Dampfbad verwenden?
Nicht im Dampferzeuger. Dampfbäder bekommen ihren Duft über eine eigene Dosierung oder eine Öffnung an der Dampfdüse, und die Hersteller legen fest, welche Essenzen dafür zugelassen sind. Saunaaufguss gehört auf die heißen Steine einer Sauna.
Darf Saunaaufguss in den Diffuser?
Besser nicht. Die Anleitungen der Ultraschallvernebler, die wir geprüft haben, erlauben nur Wasser und reine ätherische Öle, weil andere Flüssigkeiten die Technik beschädigen können. Für den Diffuser nimmst du deshalb ein reines ätherisches Öl.
Wie bekomme ich Duft in die Infrarotkabine?
Am einfachsten mit einem Spray, das du vor dem Betreten sparsam auf Holz oder in die Luft sprühst, nie auf die Strahler. Alternativ geht eine Schale mit warmem Wasser und ein paar Tropfen Aufguss, sofern deine Kabinenanleitung Wasser im Innenraum zulässt.
Für die klassische Sauna mit heißen Steinen findest du unsere Konzentrate in der Kollektion Saunaaufgüsse. Wie du sie zu Hause richtig einsetzt, liest du in Aufguss in der Heimsauna: 8 Regeln für zu Hause.
