Nach der Geburt und den ersten anstrengenden Wochen sehnen sich viele nach Wärme und ein paar Minuten für sich. Ob und wann die Sauna wieder geht, hängt vor allem davon ab, wie gut du dich erholt hast. Hier liest du, was Fachleute zu Wochenbett und Kaiserschnitt sagen, was die Wärme mit dem Milchfluss macht und warum dein Baby draußen bleibt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Wochenbett: erst einmal ankommen
- Nach einem Kaiserschnitt
- Stillen und Sauna: was mit der Milch passiert
- Genug trinken
- Das Baby bleibt draußen
- Bei Fieber, Milchstau oder Mastitis nicht
- Sanft wieder einsteigen
1. Das Wochenbett: erst einmal ankommen
Das Wochenbett dauert laut dem österreichischen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at und der DAK im Schnitt sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück, und die Wunde, an der die Plazenta saß, heilt ab. Der Wochenfluss hält meist vier bis sechs Wochen an, schreibt das Städtische Krankenhaus Kiel in seiner Broschüre zum Wochenbett. Solange er läuft, raten Fachleute von Vollbädern und Schwimmen ab. Konkrete deutsche Empfehlungen zur Sauna gibt es kaum. In Finnland sieht man das gelassener: Das Zentralkrankenhaus Seinäjoki erlaubt die Sauna nach der Geburt, rät aber, anfangs auf kräftige Aufgüsse zu verzichten. Für die öffentliche Sauna ist das Ende des Wochenflusses ohnehin der praktischere Zeitpunkt, weil du in der Kabine keine Binde tragen kannst. Sprich den Zeitpunkt am besten mit deiner Hebamme oder bei der Nachuntersuchung ab.
2. Nach einem Kaiserschnitt
Ein Kaiserschnitt ist eine Bauchoperation, und frische Operationswunden brauchen Zeit. Laut Apotheken Umschau ist die Wunde außen nach etwa zehn bis 14 Tagen verheilt. Bauchmuskeln und Haut solltest du aber sechs bis acht Wochen lang schonen. Das Zentralkrankenhaus Seinäjoki empfiehlt die Sauna nach einem Kaiserschnitt erst nach etwa zwei bis drei Wochen. Das ist ein Richtwert aus Finnland, keine allgemeine Regel. Wie schnell du dich erholst, ist sehr unterschiedlich. Das österreichische Gesundheitsportal weist darauf hin, dass nach einem Kaiserschnitt unter Umständen eine längere körperliche Schonung nötig ist. Geh erst wieder in die Sauna, wenn die Narbe vollständig geschlossen ist, nicht mehr nässt und deine Ärztin oder dein Arzt grünes Licht gibt. Ist die Narbe gerötet, warm oder schmerzt sie, lässt du die Sauna aus und lässt das abklären.
3. Stillen und Sauna: was mit der Milch passiert
Viele Stillende fragen sich, ob die Hitze der Milch schadet oder die Menge verringert. Belastbare Studien zur Sauna in der Stillzeit gibt es kaum. Eine kleine Untersuchung an der kanadischen Lakehead University mit zehn stillenden Müttern hat eine Stunde Wärmebelastung in einem beheizten Anzug getestet. Die gemessene Milchmenge veränderte sich danach nicht nennenswert, die Mütter tranken allerdings mehr. Was du eher bemerkst: Wärme kann den Milchfluss anregen. Die Patienteninformation von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zum Milchstau empfiehlt sogar, die Brust vor dem Stillen mit warmen Umschlägen oder einer warmen Dusche anzuwärmen, damit die Milch leichter fließt. In der Sauna kann deshalb Milch austreten. Ein zusätzliches Handtuch und Stilleinlagen für danach sind praktisch. Es kann angenehm sein, direkt vor dem Saunabesuch zu stillen oder abzupumpen.
4. Genug trinken
In der Stillzeit brauchst du ohnehin mehr Flüssigkeit. Die Autonome Provinz Bozen nennt in ihren Empfehlungen für das Wochenbett rund zwei Liter pro Tag, etwa Wasser, leichte Kräutertees oder verdünnte Säfte. In der Sauna kommt einiges dazu: Laut Apotheken Umschau verlierst du pro Saunagang oft etwa einen halben Liter Schweiß. Stell dir deshalb in jeder Pause ein großes Glas Wasser bereit und trink auch nach dem letzten Gang weiter. Plane lieber einen Gang weniger, als dich durstig durch den Nachmittag zu schleppen. Alkohol lässt du weg, das empfiehlt auch das Krankenhaus Kiel für die Stillzeit. Mehr zum Thema findest du in Hydration und Elektrolyte.
5. Das Baby bleibt draußen
So schön die Vorstellung ist: Dein Baby gehört nicht mit in die Sauna. Die Temperaturregulation von Säuglingen und Kleinkindern ist noch nicht vollständig entwickelt, wie etwa die Stadt Heidelberg in ihren Hinweisen zu Hitze erklärt. Babys geben Wärme schlechter ab als Erwachsene und verlieren im Verhältnis zu ihrem Gewicht schneller Flüssigkeit. Plane den Saunabesuch deshalb so, dass jemand anderes auf dein Kind aufpasst, und leg ihn am besten zwischen zwei Stillmahlzeiten. In der Heimsauna kann dein Partner oder deine Partnerin mit dem Baby im Nebenraum bleiben, während du einen Gang machst. Ab welchem Alter Kinder mitkommen können und welche Regeln dann gelten, liest du in Sauna mit Kindern.
6. Bei Fieber, Milchstau oder Mastitis nicht
In diesen Situationen lässt du die Sauna auf jeden Fall aus:
- Fieber, egal aus welchem Grund,
- eine schmerzhafte, gerötete Stelle in der Brust, vor allem mit erhöhter Temperatur. Bei einer Brustentzündung steigt das Fieber laut Patienteninformation von Bundesärztekammer und KBV oft über 38,4 Grad,
- ein Wochenfluss, der plötzlich übel riecht oder von Bauchschmerzen begleitet ist,
- eine Kaiserschnitt- oder Dammnaht, die noch nicht verheilt ist,
- starke Erschöpfung, Schwindel oder Kreislaufprobleme.
Das Krankenhaus Kiel rät, sich bei Fieber über 38 Grad im Wochenbett umgehend zu melden. Bessern sich Beschwerden an der Brust nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden, lass das ärztlich ansehen.
7. Sanft wieder einsteigen
Dein Körper hat in den letzten Monaten viel geleistet, und auch der Kreislauf braucht Zeit. Starte deshalb ruhig:
- untere oder mittlere Bank statt ganz oben,
- kürzere Gänge und lieber zwei statt drei,
- milde Aufgüsse oder zunächst gar keine,
- sanft abkühlen, erst Luft, dann kühles Wasser,
- lange Ruhepausen.
Wenn dir schwindelig wird oder du dich unwohl fühlst, gehst du sofort raus. Hör auf deinen Körper, auch wenn du vor der Schwangerschaft viel sauniert hast. In der Schwangerschaft galten vielleicht schon besondere Regeln für dich. Was dort zu beachten ist, liest du in Sauna in der Schwangerschaft.
Häufige Fragen
Darf man in der Stillzeit in die Sauna?
Ja, wenn das Wochenbett gut verlaufen ist und du dich fit fühlst. Trink ausreichend, rechne damit, dass Milch austreten kann, und lass dein Baby in der Zeit von jemand anderem betreuen.
Wann darf ich nach der Geburt wieder in die Sauna?
Eine feste Regel gibt es nicht. Sinnvoll ist es, zu warten, bis der Wochenfluss nach meist vier bis sechs Wochen versiegt ist. Nach einem Kaiserschnitt muss zusätzlich die Narbe verheilt sein. Sprich den Zeitpunkt mit Hebamme oder Frauenarzt ab.
Verringert die Sauna die Milchmenge?
Dafür gibt es keine guten Belege. Eine kleine Untersuchung mit zehn stillenden Müttern fand nach einer Stunde Wärmebelastung keine nennenswerte Veränderung der Milchmenge. Wichtig ist, dass du den Flüssigkeitsverlust ausgleichst.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen sprich vor dem Saunieren mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
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