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Saunaholz im Vergleich: Kelo, Fichte, Espe, Hemlock, Zeder und Abachi

Das Holz entscheidet, wie heiß sich die Bank anfühlt, wie die Kabine riecht und wie lange sie hält. Hier findest du die gängigen Saunahölzer im ehrlichen Vergleich.

In diesem Beitrag

Wer eine Sauna kauft oder baut, steht schnell vor der Holzfrage. Fichte oder Espe, Hemlock oder doch Kelo? Die Unterschiede betreffen nicht nur den Preis, sondern auch, wie heiß sich die Bank anfühlt, wie das Holz riecht und wie lange es hält. Hier findest du die wichtigsten Saunahölzer mit ihren Stärken und Schwächen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Was gutes Saunaholz können muss
  2. Fichte: der nordische Klassiker
  3. Espe und Thermoespe
  4. Abachi: leicht und harzfrei
  5. Hemlock: ruhig und fast geruchlos
  6. Zeder: Duft mit Charakter
  7. Kelo: das Holz mit Geschichte
  8. Unbehandelt lassen und richtig pflegen

1. Was gutes Saunaholz können muss

Der Holzforscher Rupert Wimmer von der Universität Göttingen nennt in einem Fachartikel für den Holzkurier klare Anforderungen: Das Holz soll bei wechselnden Temperaturen formstabil bleiben, wenig Harz enthalten und nicht splittern. Außerdem sollte es Wärme schlecht leiten, damit sich die Oberfläche auf der Haut nicht brennend heiß anfühlt. Hier hilft eine geringe Dichte, denn viele kleine Hohlräume bremsen den Wärmetransport. Eiche leitet Wärme laut Wimmer zu stark, Balsa ist zu wenig belastbar. Zur Orientierung die Rohdichten der gängigen Saunahölzer:

  • Abachi: etwa 0,34 g/cm³
  • Western Red Cedar: etwa 0,36 bis 0,39 g/cm³
  • Hemlock: etwa 0,45 bis 0,48 g/cm³
  • Fichte: im Mittel etwa 0,46 g/cm³
  • Espe: im Mittel etwa 0,49 g/cm³

2. Fichte: der nordische Klassiker

Fichte ist in vielen Saunen das Holz für Wände und Decke. Besonders geschätzt ist Polarfichte, die in Skandinavien langsam wächst und sich deshalb kaum verzieht. Laut Wimmer enthält sie aber etwas Harz, sodass klebrige Stellen auftreten können. Ein Merkblatt der bayerischen Forstverwaltung beschreibt, dass Fichtenholz Harzkanäle besitzt und Harzgallen enthalten kann. Für Liegeflächen, die du direkt berührst, wählen viele deshalb ein harzfreies Holz. Der Geruch ist mild harzig. Fichte gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 4, ist also von Natur aus wenig widerstandsfähig gegen Pilze. Umso wichtiger ist gutes Lüften nach dem Saunagang. Preislich liegt Polarfichte laut Wimmer unter Hemlock und ist damit eine solide Wahl für ein normales Budget.

3. Espe und Thermoespe

Espe, auch Zitterpappel genannt, ist laut Wimmer die heimische Alternative zu Abachi: hell, warm im Farbton und formstabil. Die bayerische Forstverwaltung beschreibt Pappelholz als geruchlos und Espe als eines der leichtesten heimischen Laubhölzer. Pappelholz leitet Wärme mit etwa 0,090 W/(m·K) ähnlich schwach wie Abachi. Damit eignet sich Espe gut für Bänke und Rückenlehnen. Thermoespe ist Espenholz, das bei über 180 °C in sauerstoffarmer Umgebung behandelt wurde, nur mit Hitze und Dampf. Das Holz wird dunkler, nimmt weniger Feuchtigkeit auf und quillt und schwindet deutlich weniger. Die Kehrseite: Die Biegefestigkeit kann um bis zu etwa 30 Prozent sinken. Wer den dunklen Look mag, bekommt ein ruhiges, formstabiles Holz.

4. Abachi: leicht und harzfrei

Abachi ist laut Wimmer das häufigste Innenholz in Saunen. Es stammt aus West- und Zentralafrika und wird auch als Samba, Wawa, Ayous oder Obeche gehandelt. Mit etwa 0,34 g/cm³ ist es sehr leicht, harzfrei, weich und splittert nicht. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,092 W/(m·K), deshalb fühlt sich eine Abachibank auch bei hohen Temperaturen angenehm an. Weil das Holz weich ist, ist es empfindlicher gegen Druckstellen. Das Forest Products Laboratory des US-Forstdienstes beschreibt es außerdem als nicht dauerhaft gegen Pilze und Insekten. Ein weiterer Punkt ist die Herkunft: Wimmer weist darauf hin, dass oft unklar ist, ob Abachi aus legalem Einschlag oder nachhaltiger Bewirtschaftung stammt, und der lange Transport belastet die Umweltbilanz. Achte beim Kauf auf nachvollziehbare Herkunftsnachweise.

5. Hemlock: ruhig und fast geruchlos

Hemlock stammt aus Nordamerika, meist ist die Westliche Hemlocktanne gemeint. Laut waldwissen.net ist das Holz leicht, harzfrei und in Splint und Kern kaum unterschiedlich gefärbt. Wimmer beschreibt es als hellbräunlich, sehr harzarm und nahezu geruchlos. Deshalb wird es gern in Aroma- und Lichtsaunen verwendet, wo der Duft vom Aufguss kommen soll, nicht vom Holz. Ein Datenblatt des Herstellers Osmo nennt eine Rohdichte von 480 kg/m³, Dauerhaftigkeitsklasse 4 und eine astreine, feinjährige Oberfläche, die sich wenig verzieht. Im Licht dunkelt Hemlock langsam nach. Preislich liegt es laut Wimmer über Polarfichte. Wer eine gleichmäßige Optik ohne Harzflecken sucht, findet hier einen guten Mittelweg.

6. Zeder: Duft mit Charakter

Was im Saunabau als Zeder verkauft wird, ist meist Western Red Cedar. Botanisch ist sie keine echte Zeder, sondern ein Lebensbaum, Thuja plicata. Ein Holzinformationsblatt des Herstellers Teknos beschreibt den Geruch als ausgeprägt aromatisch und würzig. Das Holz ist mit 0,36 bis 0,39 g/cm³ leicht und gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 2, ist also deutlich widerstandsfähiger als Fichte oder Hemlock. Die Farbe reicht von gelblich bis dunkel rotbraun. Den kräftigen Eigenduft mag nicht jeder, gerade wenn du gern mit eigenen Aufgüssen arbeitest. Ein Hinweis für Heimwerker: Der Holzstaub enthält Plicatinsäure, die laut der Arbeitsschutzbehörde des US-Bundesstaats Washington bei manchen Menschen Asthma auslösen kann. Beim Schleifen gehören Absaugung und Staubmaske dazu.

7. Kelo: das Holz mit Geschichte

Kelo ist keine eigene Baumart, sondern ein besonderer Zustand der Waldkiefer. Eine Studie in Biodiversity and Conservation von 2017 beschreibt Kelo als entrindete, harzgetränkte Kiefern, die vor langer Zeit abgestorben sind und stehend weiter altern. Bis aus einem toten Baum Kelo wird, vergehen etwa 40 Jahre, stehende Kelobäume können über 700 Jahre überdauern. Das Holz ist hart, silbergrau und sehr langlebig. Gerade weil es so langsam entsteht, ist es selten geworden. In bewirtschafteten Wäldern bilden sich kaum neue Kelobäume, und laut der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften sind seltene Flechtenarten auf dieses Holz angewiesen. Das knappe Angebot erklärt den hohen Preis. Frag beim Kauf nach der Herkunft, denn nicht jedes als Kelo angebotene Holz entspricht dem Original.

8. Unbehandelt lassen und richtig pflegen

Egal, welches Holz du wählst: Innen bleibt es unbehandelt. Die Osmo-Datenblätter für Hemlock und Espe halten fest, dass eine Behandlung im Saunainnenraum weder nötig noch zulässig ist. Lacke, Öle und Wachse gehören also nicht auf Wände und Bänke, die der Hitze ausgesetzt sind. Für ein langes Holzleben zählen andere Dinge:

  • immer auf einem Handtuch sitzen und liegen, damit kein Schweiß ins Holz zieht
  • nach dem Saunieren lüften und die Kabine trocknen lassen
  • Bänke regelmäßig feucht abwischen und bei Bedarf leicht anschleifen

Wie du Schweißflecken und vergrautes Holz behandelst, liest du in Saunabänke pflegen. Die gründliche Reinigung erklärt Sauna reinigen in 7 Schritten.

Häufige Fragen

Welches Holz ist am besten für Saunabänke?

Für Bänke eignen sich harzfreie, leichte Hölzer mit geringer Wärmeleitfähigkeit. Abachi, Espe und Hemlock sind die gängigsten Optionen. Espe ist dabei die heimische Alternative zum Tropenholz Abachi.

Was ist der Unterschied zwischen Espe und Thermoespe?

Thermoespe ist Espenholz, das bei über 180 °C nur mit Hitze und Dampf behandelt wurde. Es ist dunkler, nimmt weniger Feuchtigkeit auf und arbeitet weniger, verliert aber etwas Festigkeit.

Warum ist Kelo-Holz so teuer?

Kelo entsteht aus Kiefern, die nach dem Absterben jahrzehntelang stehend trocknen und verharzen. Solche Bäume sind in bewirtschafteten Wäldern selten geworden und für viele Flechtenarten wichtig. Das Angebot ist entsprechend knapp.

Zubehör für den Aufguss in deiner fertigen Sauna findest du in unserer Kollektion Sauna-Zubehör. Was du sonst noch für die eigene Kabine brauchst, liest du in Heimsauna einrichten.