Hyperthermie bezeichnet eine Überwärmung des Körpers, bei der die Temperatur steigt, ohne dass das Gehirn den Sollwert verstellt hat, anders als beim Fieber. Das Wort kommt aus dem Griechischen: hyper heißt über, thermos warm. Es hat zwei Bedeutungen: die natürliche Überwärmung bei Hitze, etwa in der Sauna, und die medizinische Hyperthermie-Behandlung in Kliniken.
Hyperthermie und Fieber
Laut MSD Manual stellt sich beim Fieber das Körperthermostat im Hypothalamus auf eine höhere Temperatur ein, meist als Reaktion auf eine Infektion. Bei der Hyperthermie bleibt dieser Sollwert gleich. Die Wärme kommt von außen oder entsteht im Körper, etwa durch Hitze und Anstrengung, und kann nicht schnell genug abgegeben werden. Der Körper schwitzt und weitet die Hautgefäße, um gegenzusteuern. Gelingt das nicht, wird es gefährlich: Beim Hitzschlag liegt die Kerntemperatur laut MSD Manual über 40 Grad, dazu kommen Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen.
Was in der Sauna passiert
Ein Saunagang ist eine kurze, gewollte und milde Überwärmung. Nach Rainer Brenke, ärztlicher Berater des Deutschen Sauna-Bundes, steigt die Körpertemperatur dabei um etwa 1 bis 1,5 Grad, die Barmer nennt rund 1 Grad. Die Haut erwärmt sich deutlich stärker. Weil du die Kabine nach begrenzter Zeit verlässt und dich abkühlst, normalisiert sich die Temperatur wieder. Was die Hitze in den Zellen auslöst, liest du im Artikel Hitzeschockproteine.
Medizinische Hyperthermie ist etwas anderes
In der Krebsmedizin bezeichnet Hyperthermie ein Verfahren, bei dem Tumorgewebe oder Körperregionen gezielt mit Geräten erwärmt werden, etwa mit Mikrowellen, Radiowellen oder Ultraschall. Laut Krebsinformationsdienst erreichen die Verfahren meist 40 bis etwa 43 Grad und werden ergänzend zu Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt. Sie sind kein Standardverfahren, für die meisten Krebsarten ist der Nutzen offen. Die Ganzkörperhyperthermie empfiehlt der Krebsinformationsdienst nur im Rahmen von Studien. Eine Sauna ist keine Hyperthermie-Behandlung und ersetzt keine Therapie.
Häufige Fragen
Ist Sauna eine Hyperthermie?
Im physiologischen Sinn ja, eine milde und kurze. Mit der medizinischen Hyperthermie-Behandlung in der Krebstherapie hat ein Saunagang aber nichts zu tun.
Ab wann ist Hyperthermie gefährlich?
Warnzeichen sind starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, heiße und trockene Haut oder Bewusstseinsstörungen. Das kann ein Hitzschlag sein, ein Notfall, bei dem du sofort die 112 rufst.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen sprich vor dem Saunieren mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Verwandte Begriffe: Kerntemperatur, Hitzekollaps, Vasodilatation und Hitzeakklimatisierung. Alle Begriffe findest du im Sauna-Lexikon.
