Saunaöl ist das Wort, das fast alle benutzen, wenn es um Duft in der Sauna geht. Im Regal steht dann aber Saunaaufguss, Aufgusskonzentrat oder ätherisches Öl. Was genau in der Flasche steckt, entscheidet darüber, wie viel du nimmst und wie du es verwendest. Hier geht es um den Inhalt, beliebte Düfte, gute Kombinationen und die richtige Menge.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Saunaöl ist meist ein Saunaaufguss zum Verdünnen.
- Aufguss und ätherisches Öl sind nicht dasselbe.
- Fünf Duftrichtungen gehören zu den Klassikern.
- Gute Mischungen haben höchstens zwei bis drei Noten.
- Dosierung: 2 bis 4 Verschlusskappen pro Liter Wasser.
- Sets machen das Ausprobieren leichter.
- Selbst mischen geht, mit ein paar Regeln.
- Ein Aufguss klappt auch ganz ohne Öl.
1. Was mit Saunaöl gemeint ist
Ein festes Produkt namens Saunaöl gibt es eigentlich nicht. Das Wort ist ein Sammelbegriff aus dem Alltag. Meist ist damit ein Saunaaufguss gemeint, also ein Duftkonzentrat, das du ins Aufgusswasser gibst und dann mit der Kelle auf die heißen Steine gießt. Manche meinen mit Saunaöl aber auch ein reines ätherisches Öl aus dem kleinen Fläschchen. Beides riecht in der Sauna gut, verhält sich aber unterschiedlich. Deshalb lohnt sich ein Blick aufs Etikett: Steht dort Saunaaufguss, ist das Produkt für die Sauna gemacht, und die Dosierung steht gleich dabei. Steht dort ätherisches Öl, hast du ein unverdünntes Pflanzenöl in der Hand.
Eine Regel gilt für beides: Nichts davon kommt pur auf die Steine. Das Konzentrat ist zum Verdünnen gedacht, und reines Öl ist auf den heißen Steinen viel zu intensiv. Es kann schnell verbrennen und riecht dann eher nach Rauch als nach Wald.
2. Aufguss oder ätherisches Öl: der Unterschied
Ein ätherisches Öl wird aus einer einzelnen Pflanze gewonnen, etwa aus Lavendelblüten, Minzblättern oder Orangenschalen. Es ist hochkonzentriert und wird deshalb in Tropfen gerechnet. Ein Saunaaufguss ist dagegen eine fertige Zubereitung für die Sauna. Er kann ätherische Öle enthalten und ist so gemacht, dass er sich im Wasser verteilt. Bei selbst gemischtem Aufgusswasser schwimmt das Öl oben, deshalb musst du dort vor jeder Kelle umrühren.
Für den Alltag heißt das: Willst du einfach einen schönen Aufguss, greifst du zum Saunaaufguss. Willst du einzelne Noten kennenlernen oder zu Hause auch mal die Duftlampe nutzen, sind ätherische Öle vielseitiger. Unser Ätherische Öle 3er Set kostet 29,90 Euro und deckt mit Lavendel, Minze und Orange ruhig, frisch und fruchtig ab.
3. Fünf Duftrichtungen, die sich bewährt haben
Bei Saunadüften gibt es ein paar Klassiker, die in fast jeder Saunaanlage auf dem Aufgussplan stehen. Jeder hat seinen eigenen Charakter:
- Eukalyptus: klar, frisch und kräftig, der Klassiker für die kalte Jahreszeit. Mehr dazu im Artikel Eukalyptusaufguss.
- Menthol und Minze: kühl auf der Haut, Menthol ist dabei besonders intensiv. Die Unterschiede zwischen Pfefferminze, Grüner Minze und Eisminze erklärt Minze in der Sauna.
- Lavendel: weich und blumig, für viele der Duft für den letzten Gang am Abend. Mehr im Artikel Lavendelaufguss.
- Zirbe: harzig und leicht süß, mit dem Geruch einer Holzhütte. Alles dazu in Zirbe in der Sauna.
- Zitrus: Orange, Grapefruit, Limette und Bergamotte bringen etwas Helles in die Kabine. Mehr im Artikel Zitrusaufguss.
Bei Menthol gibt es eine praktische Abkürzung: Statt Kristalle abzumessen, kannst du flüssiges Menthol nehmen. Unser Sauna Ice für 17,90 Euro gibst du tropfenweise ins Aufgusswasser. Nimm davon wirklich wenig, denn Menthol brennt schnell in Augen und Nase.
4. Welche Düfte zusammenpassen
Mischen macht Spaß, aber mehr ist hier selten besser. Bleib pro Aufguss bei einem Duft oder bei zwei bis drei Noten, die sich ergänzen. Sonst entsteht schnell ein Mix, in dem du nichts mehr richtig erkennst, und die Gesamtmenge wird zu hoch. Bewährt haben sich zum Beispiel diese Kombinationen:
- Zirbe und Latschenkiefer: zwei Nadelhölzer, rund und waldig.
- Weißtanne und Zedernholz: hell und klar trifft trocken und warm.
- Lavendel, Eukalyptus und Zeder: ruhig mit einem frischen Kern, so wie in unserem Aufguss Inner Calm.
- Limette und Minze: frisch und spritzig, eher etwas für Sommerabende.
- Zirbe, Minze und Grapefruit: Wald mit einem kühlen, fruchtigen Akzent.
Für einen ganzen Abend hilft eine einfache Faustregel: leichte, helle Düfte am Anfang, kräftige, würzige oder ruhige Noten zum Schluss. Gib jedem Duft seinen eigenen Gang und lüfte zwischendurch kurz. Wenn du mehrere Düfte vorbereitest, rührst du sie in getrennten Bechern an statt nacheinander im selben Kübel.
5. Richtig dosieren
Bei unseren Saunaaufgüssen gilt: 2 bis 4 Verschlusskappen auf 1 Liter Wasser. Eine Flasche mit 100 ml reicht damit für über 30 Aufgüsse. Starte am unteren Ende. Mehr Duft geht beim nächsten Mal immer noch, einen zu starken Aufguss holst du in der heißen Kabine dagegen nicht mehr zurück. In einer kleinen Heimsauna wirkt derselbe Aufguss außerdem deutlich stärker als in einer großen Kabine.
So gehst du vor: erst Wasser in den Kübel, dann die Menge laut Etikett dazu, umrühren und Kelle für Kelle auf die Steine gießen. Warte nach jeder Kelle kurz, bis der Dampf aufgestiegen ist. Bei ätherischen Ölen rechnest du in Tropfen, zwei bis drei Tropfen auf einen Liter sind ein guter Anfang. Notier dir, welche Menge dir gefällt, dann musst du beim nächsten Mal nicht raten.
6. Sets zum Ausprobieren
Welcher Duft dir gefällt, merkst du erst in der Kabine. Statt gleich eine große Flasche zu kaufen, lohnt sich deshalb ein Set. Im Probierpaket Duftreise stecken 16 Düfte für 49,90 Euro, von Wald über Zitrus bis Kräuter. Damit probierst du dich Abend für Abend durch und findest heraus, was du magst und was eher nicht. Wer es übersichtlicher mag, wählt eins unserer 4er Sets mit vier aufeinander abgestimmten Düften. Alle Sorten und Sets findest du in der Kollektion Saunaaufgüsse.
Ein kleiner Tipp: Schreib dir nach jedem Saunaabend auf, welcher Duft wie angekommen ist. Nach zwei, drei Wochen hast du deine eigene Liste mit Favoriten für Wintertage, für den Sommer und für den ruhigen letzten Gang.
7. Saunaöl selbst mischen
Du kannst dein Saunaöl auch selbst zusammenstellen. Dafür brauchst du naturreine ätherische Öle, Wasser und etwas Geduld beim Ausprobieren. Duftöle und Parfümöle sind synthetisch und gehören nicht auf heiße Saunasteine. Rühr vor jeder Kelle um, weil sich Öl und Wasser nicht von allein verbinden. Schnaps oder Bier haben im Aufgusswasser nichts verloren, auch wenn solche Rezepte im Netz kursieren.
Vorsicht gilt bei Eukalyptus, Minze und Menthol in der Nähe von Babys und kleinen Kindern. In der Schwangerschaft oder bei Asthma sprichst du ätherische Öle vorher ärztlich ab. Rezepte, Mengen und Mischungen findest du ausführlich in Saunaaufguss selber machen.
8. Ein Aufguss ganz ohne Öl
Ein Aufguss braucht nicht zwingend Duft. In Finnland ist der Klassiker schlicht Wasser auf heißen Steinen, den Dampf nennen die Finnen Löyly. Das fühlt sich pur und ruhig an und passt gut, wenn jemand in der Runde empfindlich auf Düfte reagiert. Dazu kommen ein paar Varianten ohne Öl:
- Eis: Eiswürfel auf den Steinen schmelzen langsam und verdampfen nach und nach. In der Heimsauna richtest du dich dabei nach der Anleitung deines Ofens.
- Salz: Beim Salzaufguss reibst du dich nach dem Vorschwitzen mit grobem Salz ein und schwitzt danach weiter. Der Dampf kommt wie gewohnt aus dem Wasser.
- Kräuter: Getrocknete Kräuter in einem Aufgussbeutel ziehen wie ein Tee im Wasser und geben einen weichen, natürlichen Duft.
So lernst du nebenbei, wie unterschiedlich sich derselbe Saunagang anfühlt, je nachdem, was im Kübel ist.
Häufige Fragen
Darf Saunaöl pur auf die Steine?
Nein. Saunaaufguss und ätherisches Öl kommen immer verdünnt ins Aufgusswasser. Pur sind sie viel zu intensiv und können auf den heißen Steinen verbrennen.
Wie viel Saunaöl kommt auf einen Liter Wasser?
Bei unseren Saunaaufgüssen sind es 2 bis 4 Verschlusskappen pro Liter, bei ätherischen Ölen zwei bis drei Tropfen für den Anfang. Andere Produkte können andere Angaben haben, deshalb lohnt sich immer ein Blick aufs Etikett.
Welches Saunaöl eignet sich für Einsteiger?
Klare Düfte wie Eukalyptus, Zitrus oder Zirbe sind ein guter Start, weil sie vielen gefallen. Menthol nimmst du erst, wenn du kräftige Aufgüsse kennst, und dann sehr sparsam.
Wie lange reicht eine Flasche?
Mit 100 ml kommst du bei 2 bis 4 Kappen pro Liter auf über 30 Aufgüsse. Wie lange das hält, hängt davon ab, wie oft du saunierst und wie viele Aufgüsse du pro Abend machst.
Ob fertiger Aufguss, ätherisches Öl oder nur Wasser: Fang mit wenig an, gieß in Ruhe und hör auf deine Nase. Dann wird aus dem Saunaöl genau der Aufguss, den du dir vorgestellt hast.
