Du gehst zum ersten Mal in eine öffentliche Sauna oder warst länger nicht dort und bist unsicher, was erwartet wird? Die meisten Regeln sind ungeschrieben, aber alle Stammgäste kennen sie. Mit diesen zwölf Punkten bewegst du dich entspannt und rücksichtsvoll durch jede Saunalandschaft.
Auf einen Blick
- Vor dem ersten Gang duschen und abtrocknen.
- Immer ein Handtuch komplett unterlegen.
- In der Kabine ist Ruhe.
- Die Tür schnell öffnen und schließen.
- Den Aufguss nicht unterbrechen.
- Keine eigenen Aufgüsse ohne Erlaubnis.
- Textilfrei ist in Deutschland üblich.
- Handy und Uhr bleiben draußen.
- Respekt und Abstand wahren.
- Vor dem Tauchbecken abduschen.
- Im Ruheraum leise sein und keine Liegen blockieren.
- Nur gesund in die Sauna und auf den Körper hören.
1. Vor dem ersten Gang duschen und abtrocknen
Bevor du die Kabine betrittst, gehst du unter die Dusche, am besten warm und mit Seife. Das ist eine Frage der Hygiene, denn in der Sauna sitzen viele Menschen eng beieinander. Danach trocknest du dich gründlich ab. Mit trockener Haut kommst du in der Hitze leichter ins Schwitzen. Auch zwischen den Gängen gilt: nach dem Abkühlen kurz abtrocknen, bevor es wieder hineingeht. Make-up, Cremes und Öle wäschst du vor dem Saunagang ab.
2. Immer ein Handtuch komplett unterlegen
Die wichtigste Regel überhaupt: Kein Hautkontakt mit dem Holz. Leg dein Handtuch so unter, dass dein ganzer Körper darauf Platz hat, auch die Füße. Wer liegt, braucht ein entsprechend langes Tuch. Ein Saunatuch, das lang genug zum Liegen ist, macht das einfach. Schweiß gehört ins Tuch, nicht auf die Bank. Das ist Hygiene und Respekt gegenüber allen, die nach dir dort sitzen.
3. In der Kabine ist Ruhe
Die Sauna ist für viele ein Ort zum Abschalten. Laute Gespräche, Lachen oder Diskussionen stören dabei. Wenn du dich unterhalten möchtest, dann leise und kurz, oder du verlegst das Gespräch nach draußen. Das gilt besonders während eines Aufgusses. Auch Geräusche wie Rascheln mit Tüten oder lautes Ausschütteln des Handtuchs fallen in der stillen Kabine auf. Im Zweifel orientierst du dich an den anderen Gästen.
4. Die Tür schnell öffnen und schließen
Jedes Mal, wenn die Saunatür offen steht, entweicht Wärme. Geh deshalb zügig hinein und hinaus und schließ die Tür direkt hinter dir. Bleib nicht im Türrahmen stehen, um dich umzusehen oder zu überlegen, wo du dich hinsetzt. Bei einem Aufguss ist das besonders wichtig: Sobald er begonnen hat, bleibt die Tür in vielen Saunen geschlossen. Achte auf Schilder oder Hinweise an der Tür, die anzeigen, dass gerade ein Aufguss läuft.
5. Den Aufguss nicht unterbrechen
Ein Aufguss ist für viele der Höhepunkt des Saunatags. Der Saunameister gießt Wasser mit Duft auf die heißen Steine und verteilt die Hitze oft mit einem Handtuch. Komm rechtzeitig vorher, such dir einen Platz und bleib während des Aufgusses ruhig sitzen. Wichtig: Wenn dir zu heiß wird oder du dich unwohl fühlst, darfst und solltest du jederzeit gehen. Deine Gesundheit geht vor. Wer weniger Hitze möchte, sitzt am besten auf der unteren Bank. Mehr zum Ablauf liest du im Artikel Aufguss-Ritual.
6. Keine eigenen Aufgüsse ohne Erlaubnis
In öffentlichen Saunen ist der Aufguss Sache des Personals. Gieß nicht einfach selbst Wasser auf die Steine, auch nicht, wenn die Kabine gerade leer wirkt. Manche Saunen erlauben Gästen in bestimmten Kabinen einen eigenen Aufguss, frag im Zweifel nach. Bring auch keine eigenen Duftöle mit, um sie auf den Ofen zu geben. Pure ätherische Öle gehören ohnehin nie direkt auf heiße Saunasteine, sondern immer verdünnt ins Aufgusswasser. Dasselbe gilt für Salz oder Honig: nur dort, wo die Sauna es ausdrücklich anbietet oder erlaubt.
7. Textilfrei ist in Deutschland üblich
In den meisten deutschen Saunen geht man nackt in die Kabine. Badebekleidung ist dort oft nicht erwünscht, aus hygienischen Gründen und weil sich unter dem Stoff Feuchtigkeit und Wärme stauen. Dein Handtuch ist dein Begleiter, nicht deine Kleidung. Für den Weg zwischen den Bereichen nutzen viele einen Bademantel. Es gibt auch Saunen mit Textiltagen oder getrennten Bereichen. Wenn du unsicher bist, frag einfach an der Kasse nach. Im Ausland können die Regeln anders sein.
8. Handy und Uhr bleiben draußen
Elektronik hat in der Sauna nichts verloren. Die Hitze kann Smartphone, Smartwatch und Kopfhörer beschädigen. Vor allem aber geht es um die Privatsphäre der anderen Gäste: Wo Menschen nackt sind, sind Kameras tabu. Viele Saunen verbieten Handys deshalb im gesamten Saunabereich. Lass dein Telefon im Spind. Eine Saunatasche mit Innenfach hilft, Kleinkram geordnet zu verstauen, bevor alles in den Schrank wandert. Auch Bücher und Zeitschriften bleiben besser im Ruheraum.
9. Respekt und Abstand wahren
In der Sauna treffen sich Menschen jeden Alters und jeder Figur. Niemand möchte angestarrt oder kommentiert werden. Halte Abstand, wenn genug Platz ist, und rück zusammen, wenn es voll wird. Setz dich nicht direkt neben jemanden, wenn die Kabine fast leer ist. Wer neu hinzukommt, grüßt meist kurz und leise. Diese einfache Höflichkeit sorgt dafür, dass sich alle wohlfühlen, egal ob Stammgast oder Neuling.
10. Vor dem Tauchbecken abduschen
Nach dem Saunagang kühlst du dich ab. Üblich ist, erst ein paar Minuten an die frische Luft zu gehen und dann kalt zu duschen, herzfern beginnend, also an Füßen und Händen. Wenn du ins Tauchbecken möchtest, duschst du den Schweiß vorher ab. Das Becken teilen sich alle Gäste, und niemand möchte im Schweiß der anderen baden. Steig ruhig ein, spring nicht hinein und bleib nur kurz im kalten Wasser.
11. Im Ruheraum leise sein und keine Liegen blockieren
Nach dem Abkühlen folgt die Ruhepause. Im Ruheraum wird nicht gesprochen, oder höchstens flüsternd. Eine Liege mit einem Handtuch für Stunden zu reservieren, während du in der Sauna oder im Restaurant bist, ist unhöflich, besonders an vollen Tagen. Nimm deine Sachen mit, wenn du länger weg bist. Zur Ruhepause gehört außerdem, viel zu trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
12. Nur gesund in die Sauna und auf den Körper hören
Mit Fieber oder einem akuten Infekt gehörst du nicht in die Sauna, weder für dich noch für die anderen Gäste. Wenn du schwanger bist oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hast, klär den Saunabesuch vorher ärztlich ab. Bleib nicht länger in der Kabine, als es sich gut anfühlt. Übliche Richtwerte sind 8 bis 15 Minuten pro Gang und zwei bis drei Gänge. Wenn dir schwindelig wird, verlass die Sauna in Ruhe. Mehr dazu findest du im Sauna-Leitfaden für Einsteiger.
Häufige Fragen
Darf ich in der Sauna eine Saunamütze tragen?
In den meisten Saunen ja. Viele Saunagänger tragen eine Mütze aus Wolle oder Filz, um den Kopf vor der Hitze zu schützen. Eine Saunamütze ist in der Kabine ein gewohnter Anblick.
Muss ich in der Sauna nackt sein?
In Deutschland ist das in den meisten Saunen üblich. Es gibt aber Textiltage und Bereiche mit Badebekleidung. Frag im Zweifel vor Ort nach.
Darf ich während des Aufgusses rausgehen?
Ja, wenn es dir zu heiß wird oder du dich nicht gut fühlst. Steh ruhig auf und geh zügig hinaus. Dein Wohlbefinden ist wichtiger als jede Etikette.
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