Der Urlaub war schön, die Schultern sind rot, und jetzt steht der Saunatag an. Mit Sonnenbrand in die Hitze zu gehen, ist keine gute Idee. Hier liest du, warum das so ist, woran du erkennst, dass deine Haut wieder bereit ist, was beim Solarium gilt und wie du sie in der Zwischenzeit pflegst.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut
- Warum Hitze die gereizte Haut zusätzlich belastet
- Wie lange du warten solltest
- Wann du ärztliche Hilfe brauchst
- Solarium vor oder nach der Sauna
- Hautpflege, solange der Sonnenbrand abklingt
- Zurück in die Sauna: so startest du sanft
1. Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut
Laut Apotheken Umschau ist ein Sonnenbrand eine akute Entzündung der Haut durch UV-Strahlung. Die Blutgefäße weiten sich, die Haut wird rot und warm. Die Techniker Krankenkasse beschreibt den Verlauf so: Die Beschwerden beginnen etwa 6 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbad, erreichen nach 24 bis 36 Stunden ihren Höhepunkt und klingen je nach Schwere in 1 bis 2 Wochen ab. Unterschieden werden drei Grade:
- Grad 1: Rötung, Wärme, Spannen, leichte Schwellung, Brennen oder Jucken
- Grad 2: zusätzlich Blasen, später schält sich die Haut
- Grad 3: die oberen Hautschichten lösen sich, Narben sind möglich
Ein Sonnenbrand vom Nachmittag zeigt also oft erst am nächsten Tag, wie stark er wirklich ist. Auch wenn es abends noch harmlos aussieht, plane die Sauna nicht für den Folgetag.
2. Warum Hitze die gereizte Haut zusätzlich belastet
Akute Entzündungen gelten als Grund, auf die Sauna zu verzichten. Die Barmer nennt das ausdrücklich für akute Infekte, Fieber und akute Entzündungen. Eine Übersichtsarbeit in Mayo Clinic Proceedings von 2018 zählt auch Hautprobleme wie Abschürfungen zu den möglichen Gegenanzeigen. In der Sauna steigt die Hauttemperatur laut Rainer Brenke, medizinischem Berater des Deutschen Sauna-Bundes, um bis zu etwa 10 °C, und die Haut wird stärker durchblutet. Beim Sonnenbrand geht es aber gerade darum, die Haut zu kühlen. Die Dermatologin Christiane Bayerl erklärt in der Apotheken Umschau, dass Kühlen die Gefäße verengt und die Entzündungsreaktion abschwächt. Hinzu kommt der Flüssigkeitsverlust: Ein Sonnenbrand entzieht dem Körper laut TK ohnehin viel Flüssigkeit, die Sauna noch einmal etwa einen halben Liter pro Gang.
3. Wie lange du warten solltest
Eine feste Wartezeit aus Studien gibt es nicht. Eine gute Orientierung ist der Heilungsverlauf: Ein Sonnenbrand bessert sich laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS meist innerhalb von 7 Tagen. Warte, bis diese Punkte erfüllt sind:
- Die Haut ist nicht mehr gerötet, heiß oder schmerzhaft.
- Es gibt keine Blasen und keine offenen Stellen.
- Die Haut schält sich nicht mehr großflächig.
- Du hast kein Fieber, keinen Schüttelfrost und fühlst dich fit.
Bei einem leichten Sonnenbrand sind das oft einige Tage bis eine Woche. Bei Blasen dauert es meist länger. Dann klärst du vor dem nächsten Saunagang mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob die Haut wieder belastbar ist. Lieber einen Saunatag verschieben, als die Heilung zu stören.
4. Wann du ärztliche Hilfe brauchst
Ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung, darauf weist die TK ausdrücklich hin. Bei diesen Anzeichen gehst du zur Ärztin oder zum Arzt:
- Blasen, also mindestens Grad 2
- sehr große verbrannte Hautflächen
- starke Schmerzen
- Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Kreislaufprobleme oder starke Kopfschmerzen
- ein Kind unter sechs Jahren hat Sonnenbrand
Der NHS weist darauf hin, dass ein schwerer Sonnenbrand mit Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag einhergehen kann. Blasen stichst du nicht selbst auf, denn so können Keime eindringen. Bis zum Termin kühlst du die Haut mit feuchten Tüchern, bleibst im Schatten und trinkst ausreichend. Solange einer dieser Punkte zutrifft, bleibt die Sauna tabu.
5. Solarium vor oder nach der Sauna
Manche Saunaanlagen bieten auch ein Solarium an. Zur Kombination mit der Sauna gibt es keine belastbaren Studien. Klar ist aber die Haltung der Fachstellen: Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt, gesunde Bräune gibt es nicht. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft UV-Strahlung seit 2009 als krebserregend ein. Laut Deutscher Krebshilfe verdoppelt regelmäßige Solariennutzung vor dem 35. Lebensjahr das Risiko für schwarzen Hautkrebs ungefähr. Für Menschen unter 18 Jahren ist das Solarium in Deutschland gesetzlich verboten. Die UV-Schutz-Verordnung rät außerdem, vor der Bestrahlung auf Cremes, Lotionen und Parfüm zu verzichten, und hält Vorbräunen vor dem Urlaub nicht für empfehlenswert. Wer Medikamente nimmt, holt vorher ärztlichen Rat ein. Mit Sonnenbrand gehört weder das Solarium noch die Sauna auf den Plan.
6. Hautpflege, solange der Sonnenbrand abklingt
Während der Heilung braucht die Haut vor allem Kühle, Feuchtigkeit und Ruhe:
- kühl duschen oder feuchte, kühle Tücher auflegen, aber kein Eis direkt auf die Haut
- leichte Lotionen, Gele oder Sprays statt fetter Salben, die laut Dermatologin Bayerl Wärme stauen
- Produkte mit Dexpanthenol oder Aloe vera empfinden viele als angenehm, achte auf Alkohol in der Inhaltsliste
- viel Wasser trinken
- lockere, luftige Kleidung tragen und die Haut aus der Sonne halten
Schälende Haut ziehst du nicht ab, das rät auch der NHS. Peelings, Saunasalz und Massagen auf der betroffenen Stelle lässt du weg, bis die Haut vollständig verheilt ist. Wie Schwitzen grundsätzlich auf die Haut wirkt, liest du in Sauna und Haut.
7. Zurück in die Sauna: so startest du sanft
Ist die Haut verheilt, steig ruhig wieder ein. Die frische Haut ist oft noch empfindlich, deshalb lohnt sich ein vorsichtiger Start: untere Bank, kürzere Gänge und kein intensiver Aufguss. Leg dich so hin, dass die zuvor verbrannte Stelle nicht auf dem heißen Holz liegt, und nutze ein großes Handtuch. Spür nach dem ersten Gang nach. Brennt oder spannt die Haut wieder, beende den Saunatag. Nach dem Duschen tut eine leichte Feuchtigkeitspflege gut, Tipps dazu findest du in Hautpflege im Winter. Für den nächsten Sommer gilt: Schatten, Kleidung und Sonnencreme sind der beste Schutz, denn Sonnenbrand kann laut der American Academy of Dermatology das Hautkrebsrisiko erhöhen.
Häufige Fragen
Kann ich mit leichtem Sonnenbrand in die Sauna?
Besser nicht. Auch ein leichter Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut, und die Hitze arbeitet gegen das Kühlen. Warte, bis Rötung und Wärme abgeklungen sind, meist dauert das einige Tage.
Hilft Schwitzen, den Sonnenbrand schneller loszuwerden?
Dafür gibt es keine Belege. Die Haut braucht in dieser Phase Kühle, Feuchtigkeit und Schutz vor weiterer Sonne. Viele empfinden Schweiß auf verbrannter Haut zudem als brennend.
Darf ich nach der Sauna ins Solarium?
Studien zur Kombination mit der Sauna gibt es nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz betont, dass es gesunde Bräune nicht gibt, und die UV-Schutz-Verordnung hält Vorbräunen für nicht empfehlenswert. Mit geröteter oder verbrannter Haut ist beides keine gute Idee.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen sprich vor dem Saunieren mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wenn deine Haut wieder ganz verheilt ist, findest du sanfte Pflege für danach in unserer Kollektion Peelings und Körperpflege. Wie du ein Peeling richtig einsetzt, liest du in Körperpeeling nach der Sauna.
