Kinder sind neugierig auf die Sauna, und viele Eltern fragen sich, ob und ab wann das passt. Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, wohl aber Erfahrungswerte und ein paar klare Regeln. Nach diesen sieben Punkten weißt du, was Fachleute empfehlen und woran du merkst, dass es für dein Kind genug ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine verbindliche Altersgrenze gibt es nicht.
- Vorher mit der Kinderarztpraxis sprechen.
- Kurz bleiben, das Kind gibt den Takt vor.
- Untere Bank, kein Aufguss.
- Ein Erwachsener bleibt immer dabei.
- Sanft abkühlen, ruhen und trinken.
- Krank bleibt draußen.
1. Eine verbindliche Altersgrenze gibt es nicht
Auf die Frage nach dem richtigen Alter gibt es unterschiedliche Antworten. Ein Merkblatt auf Kinderärzte im Netz, dem Portal des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen, nennt „ab 2 Jahre“ und ergänzt in Klammern: in Finnland ab 3 Tagen. Die Finnische Sauna-Gesellschaft berichtet aus einer Befragung, dass finnische Familien ihre Kinder im Schnitt ab etwa viereinhalb Monaten mit in die Sauna nahmen. Eine Studie der Uniklinik Magdeburg aus dem Jahr 2002 fand, dass 47 Säuglinge einen dreiminütigen Saunagang unter engen Studienbedingungen ohne Nebenwirkungen vertrugen. Eine allgemeine Freigabe ist das nicht. In der Praxis hilft es, wenn dein Kind sagen kann, dass ihm etwas zu warm wird.
2. Vorher mit der Kinderarztpraxis sprechen
Bevor du dein Kind das erste Mal mitnimmst, sprich mit eurer Kinderarztpraxis. Das gilt besonders für Säuglinge, für Frühgeborene und für Kinder mit chronischen Erkrankungen. Die Finnische Sauna-Gesellschaft rät ausdrücklich, dass Kinder mit Atemwegs- oder Herzproblemen den Saunabesuch vorher ärztlich besprechen. Die Kinderarztpraxis kennt dein Kind und kann einschätzen, ob und in welcher Form die Wärme passt. Schreib dir deine Fragen vorher auf, etwa zu Dauer, Abkühlen und Trinken. Wenn du mit einem Baby in die Sauna möchtest, lohnt sich außerdem ein Blick auf Baby-Sauna-Kurse. Laut Deutschem Sauna-Bund bieten immer mehr öffentliche Saunaanlagen solche Kurse unter fachkundiger Anleitung an.
3. Kurz bleiben, das Kind gibt den Takt vor
Kinder können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren als Erwachsene, ihre Kerntemperatur steigt von Anfang an, so die Finnische Sauna-Gesellschaft. Deshalb bleiben sie deutlich kürzer in der Kabine. Das Merkblatt auf Kinderärzte im Netz nennt für Säuglinge zwei bis fünf Minuten. Eine feste Zeit, die für jedes Kind passt, gibt es nicht. Beginne sehr kurz und richte dich nach deinem Kind, nicht nach der Sanduhr. Will es raus, geht ihr raus, ohne Diskussion. Wird es müde, quengelig oder verhält sich ungewohnt, ist der Saunatag für heute vorbei. Ein weiterer Gang ist kein Muss.
4. Untere Bank, kein Aufguss
Warme Luft steigt nach oben, auf der unteren Bank ist es deshalb spürbar milder als oben. Dort sitzt du mit deinem Kind am besten, gern in der Nähe der Tür, damit ihr schnell draußen seid. Auf Aufgüsse verzichtest du mit Kindern, wie es auch der Ratgeber von kita.de empfiehlt. Der Dampf nach einem Aufguss bringt einen kräftigen Hitzestoß, den kleine Kinder nicht einordnen können. Halte dein Kind außerdem vom Saunaofen fern und lass es nicht mit Kelle oder Aufgusswasser spielen. Wie du dich in einer öffentlichen Sauna rücksichtsvoll bewegst, steht im Sauna-Knigge.
5. Ein Erwachsener bleibt immer dabei
Je jünger das Kind, desto aufmerksamer müssen die Erwachsenen sein, schreibt die Finnische Sauna-Gesellschaft sinngemäß. Ein Kind ist in der Sauna nie allein, auch nicht für einen kurzen Moment. Das gilt genauso für die eigene Heimsauna: Ofen und Aufgusswasser sollten Kinder nur unter Aufsicht erreichen können, darauf weisen auch unsere Regeln für den Aufguss in der Heimsauna hin. In öffentlichen Anlagen gelten zusätzlich die Regeln der Hausordnung. Ob und wann Kinder in den Saunabereich dürfen, regelt jede Anlage selbst. Frag am besten vorher nach, dann gibt es vor Ort keine Überraschung.
6. Sanft abkühlen, ruhen und trinken
Eisbecken und eiskalte Duschen sind für kleine Kinder nicht nötig. Eine sanfte Abkühlung an der Luft oder mit kühlem Wasser reicht. Das Merkblatt auf Kinderärzte im Netz empfiehlt, Säuglinge mit einem Waschlappen abzukühlen, gründlich abzutrocknen und danach mindestens 15 Minuten ruhen zu lassen. Wickle dein Kind dafür in ein großes Saunatuch. Trinken ist wichtig: Für Ein- bis Dreijährige nennt das Merkblatt 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts, also etwa 200 bis 300 Milliliter Wasser bei zehn Kilogramm. Pack Wasserflasche, Wechselkleidung und Handtücher in eine Saunatasche, dann ist alles griffbereit.
7. Krank bleibt draußen
Mit Fieber gehört ein Kind nicht in die Sauna, darin sind sich die Quellen einig. Das gilt auch bei anderen akuten Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall oder einem auffälligen Kreislauf, wie der Ratgeber von kita.de aufzählt. Auch während des Saunagangs achtest du auf Warnzeichen: Wird dein Kind blass, ist ihm schwindelig oder fühlt es sich unwohl, geht ihr sofort hinaus, kühlt sanft ab und legt eine Pause ein. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh aufhören als einmal zu spät. Plane nach dem Saunabesuch außerdem genug Ruhe ein, denn viele Kinder sind danach müde. Der nächste Saunatag kommt bestimmt.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter dürfen Kinder in die Sauna?
Eine verbindliche Altersgrenze gibt es nicht. Ein Merkblatt auf Kinderärzte im Netz nennt ab zwei Jahren. Kläre den ersten Besuch mit der Kinderarztpraxis und beachte die Hausordnung der Sauna.
Wie lange darf ein Kind in der Sauna bleiben?
Deutlich kürzer als Erwachsene. Beginne mit wenigen Minuten und geh hinaus, sobald dein Kind es möchte oder müde wirkt.
Dürfen Kinder mit in den Aufguss?
Besser nicht. Der Hitzestoß beim Aufguss ist für Kinder schwer einzuschätzen. Bleib mit ihnen auf der unteren Bank und verzichte auf Aufgüsse.
Was sonst in die Tasche gehört, zeigt unsere Checkliste für die Saunatasche. Die Grundlagen für den eigenen Saunagang findest du im Sauna-Leitfaden für Einsteiger.
