Die meisten Menschen kaufen ihren ersten Saunaaufguss nach dem Etikett. Das ist ungefähr so zuverlässig, wie Wein nach dem Namen auszusuchen.
Ein Duft, der in der Flasche gut riecht, kann bei 90 Grad völlig anders wirken. Hitze verschiebt alles: Süße wird schwerer, Zitrus verfliegt schneller, Holz kommt erst richtig raus. Deshalb hier die Einteilung, die im Saunaalltag tatsächlich hilft.
Die vier Familien
1. Fruchtig und frisch
Limette, Blutorange, Eistee Pfirsich, Erdbeer Sahne, Kokos Vanille.
Leicht, unkompliziert, kommen bei fast allen gut an. Perfekt für den ersten Gang, wenn der Körper noch nicht auf Temperatur ist, und für Sommerabende, an denen es draußen ohnehin warm ist. Schwachpunkt: Sie verfliegen schnell und tragen einen langen Saunagang nicht.
2. Kräuterig und erdend
Alpenkräuter, Weißtanne, Inner Calm.
Die Kategorie, in der die meisten am Ende landen, ohne es vorher zu ahnen. Kräuterdüfte machen den Kopf leer, statt die Nase zu unterhalten. Sie funktionieren über alle drei Gänge und werden nicht langweilig.
3. Holzig und warm
Zirbe, Zedernholz, Eisbirke, Fichte.
Der klassische Saunageruch, den viele aus finnischen Kabinen kennen. Ideal für den letzten Gang, weil sie den Kreislauf runterbringen, statt ihn hochzuziehen. Im Winter die sicherste Wahl.
4. Menthol und Eis
Flüssiges Menthol Sauna Ice, Minze, Eukalyptus.
Die intensivste Kategorie. Bei 90 Grad meldet die Haut eiskalt, während die Kabine glüht. Nichts für den ersten Gang und nichts für Bio-Saunen unter 75 Grad. Wer es mag, geht nie wieder ohne.
Der Fehler, den fast alle machen
Man kauft eine 100-ml-Flasche von einem Duft, den man noch nie in der Hitze gerochen hat. 100 ml reichen für rund 30 Aufgüsse. Wenn der Duft nicht passt, steht die Flasche zwei Jahre im Regal.
Bei einem Duft ist das ärgerlich. Die meisten machen es aber drei- oder viermal, bevor sie ihren Duft gefunden haben. Das sind schnell 60 bis 80 Euro für Flaschen, die niemand leer macht.
Der Umweg, der kürzer ist
Sinnvoller ist es, klein anzufangen. 10-ml-Tester reichen für zwei bis drei Aufgüsse pro Duft, also genau so viel, wie man braucht, um zu wissen, ob ein Duft in der Hitze funktioniert.
Alle frihed. Düfte als 10-ml-Tester in einer Geschenkbox. Durchprobieren, zwei oder drei merken, danach gezielt groß kaufen.
Eine Sache noch: der Becher
Der häufigste Rückmeldungssatz nach dem Probierpaket lautet: „Ich hätte gleich einen Becher mitbestellen sollen.“
Ohne Aufgussbecher kein Aufguss. Und mit nur einem Becher mischen sich die Düfte, weil man zwischen den Gängen nicht spült. Drei Becher lösen beides.
3 x 350 ml aus 304 Edelstahl. Aufgüsse vorab mischen und bereitstellen, ohne zwischendurch zu spülen.

16 Tester und drei Becher in einer Box, die man auch verschenken kann.
