Bei der Planung einer Heimsauna fällt die Wahl des Ofens oft nebenbei. Dabei entscheidet er, wie schnell die Kabine warm wird, wie sich die Hitze anfühlt und was du für Strom oder Holz ausgibst. Ob Holz, Elektro oder Kombi: Mit diesen sechs Kriterien findest du den Ofen, der zu deiner Sauna und deinem Alltag passt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Standort deiner Sauna
- Die passende Leistung für das Volumen
- Anschluss und Abnahme
- Aufheizzeit und Betriebskosten
- Das Saunaklima: finnisch oder Bio
- Steine und Aufguss
1. Der Standort deiner Sauna
Die erste Frage ist, wo die Sauna steht. In der Wohnung oder im Keller ist ein Elektroofen fast immer die naheliegende Wahl, denn ein Holzofen braucht einen Rauchabzug. Im Garten hast du beide Möglichkeiten. Ein Holzofen gilt laut heimwerker.de als traditioneller, ist in der Anschaffung meist günstiger und nicht an einen Stromanschluss gebunden, braucht aber regelmäßige Reinigung. Ein Elektroofen lässt sich genauer steuern und hinterlässt keine Rückstände, hat aber höhere Betriebskosten und braucht einen passenden Anschluss. Gerade für eine Sauna am Ende des Gartens kann das den Ausschlag geben. Überleg dir auch, wie wichtig dir das Feuer selbst ist. Für viele gehört das Knistern zum Ritual. Plane in jedem Fall genug Platz um den Ofen ein. Die Sicherheitsabstände zu Wänden, Bänken und Decke gibt der Hersteller vor, und ein Schutzgitter kann verhindern, dass jemand versehentlich an den heißen Ofen kommt.
2. Die passende Leistung für das Volumen
Die Leistung muss zum Raum passen. Der Ofenhersteller Harvia nennt als grobe Faustregel etwa 1 kW pro Kubikmeter Saunavolumen. Glas, Stein und andere ungedämmte Flächen erhöhen den Bedarf: Jeder Quadratmeter zählt wie 1,2 zusätzliche Kubikmeter. Bei ungedämmten Blockbohlenwänden rechnet Harvia mit dem Faktor 1,5. Eine Kabine mit rund 8,5 Kubikmetern braucht so mindestens 6 kW. Wähle keinen Ofen, bei dem dein Volumen ganz am Rand des angegebenen Bereichs liegt. Ein zu kleiner Ofen läuft länger unter Volllast, was seine Lebensdauer verkürzen kann. Ersetzt du einen alten Ofen durch ein Modell, das mehr Steine fasst, empfiehlt Harvia etwa 1 kW mehr Leistung. Prüf dann, ob Sicherungen und Kabel die höhere Last tragen.
3. Anschluss und Abnahme
Beim Elektroofen geht es um den Stromanschluss. Laut EnBW reicht kleinen Modellen mit 3,6 kW eine normale 230-Volt-Steckdose. Ab 4,5 kW brauchst du einen Starkstromanschluss, den nur eine Elektrofachkraft verlegen darf. Beim Holzofen geht es um den Rauchabzug. Er gilt als Feuerstätte und muss laut sanier.de vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Saunaöfen sollten außerdem der Norm DIN EN 15821 und der Bundes-Immissionsschutzverordnung entsprechen. Sprich Schornsteinfeger oder Elektriker an, bevor du bestellst, nicht erst danach. Bei Elektroöfen lohnt außerdem ein Blick auf die Steuerung: Manche Modelle haben sie im Ofen integriert, andere brauchen ein externes Steuergerät an der Wand.
4. Aufheizzeit und Betriebskosten
Eine Kabine mit Elektroofen braucht laut EnBW meist 20 bis 30 Minuten bis zur Betriebstemperatur. Für Fasssaunen im Garten nennt testsieger.de eher 30 bis 45 Minuten. Die Stromkosten hängen von Leistung und Laufzeit ab: Die EnBW rechnet bei 0,31 Euro pro Kilowattstunde für einen 6-kW-Ofen mit 1,86 Euro pro Stunde Volllast, für einen 9-kW-Ofen über 90 Minuten mit 4,19 Euro. Beim Holzofen zahlst du für trockenes Brennholz und investierst Zeit fürs Anheizen und die Reinigung. Rechne mit deinem eigenen Strompreis nach. Asche aus dem Holzofen entsorgst du erst, wenn sie vollständig abgekühlt ist, am besten in einem Metalleimer.
5. Das Saunaklima: finnisch oder Bio
Ein klassischer Saunaofen erzeugt trockene Hitze. Die EnBW nennt für die finnische Sauna etwa 80 bis 90 Grad bei 10 bis 20 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wer es zwischendurch milder mag, schaut sich einen Kombiofen an. Er hat eine Wassertasche oder einen Verdampfer und ermöglicht eine Bio-Sauna mit 45 bis 60 Grad und 40 bis 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. So kannst du je nach Tag und Gästen wechseln. Bei den milden Werten bleiben viele länger in der Kabine: Die KölnBäder nennen für ihr Sanarium 40 bis 60 Grad bei rund 40 Prozent Luftfeuchtigkeit und 15 bis 20 Minuten pro Gang. Überleg dir vorher, ob du die Bio-Funktion wirklich nutzen wirst. Wer ausschließlich klassisch finnisch saunieren möchte, braucht keinen Verdampfer.
6. Steine und Aufguss
Ob Holz oder Elektro: Auf den Steinen entsteht der Aufguss. Kontrolliere sie regelmäßig und tausche brüchige Steine aus, wie der Hersteller es vorgibt. Gieß das Aufgusswasser mit einer langstieligen Saunakelle in kleinen Portionen auf. Ätherische Öle oder Aufgusskonzentrate kommen nie pur auf die heißen Steine, sondern immer verdünnt ins Wasser. Wie viel Duft passt, steht in Saunaaufguss dosieren: 7 Fehler. Die Grundregeln für zu Hause findest du in Aufguss in der Heimsauna: 8 Regeln. Ob und wie viel Aufguss dein Ofen verträgt, steht in seiner Anleitung. Mit einem Set aus mehreren Bechern kannst du verschiedene Düfte für einen Abend vorbereiten und musst zwischendurch nicht nachmischen.
Häufige Fragen
Wie viel kW braucht mein Saunaofen?
Als grobe Faustregel nennt Harvia etwa 1 kW pro Kubikmeter Kabine, plus Zuschlag für Glas und ungedämmte Flächen. Verbindlich ist der Leistungsbereich, den der Hersteller für deinen Ofen angibt.
Kann ich einen Elektroofen an die normale Steckdose anschließen?
Nur kleine Öfen mit 3,6 kW laufen laut EnBW an 230 Volt. Ab 4,5 kW brauchst du Starkstrom, den eine Elektrofachkraft verlegt.
Ist ein Holzofen günstiger im Betrieb?
Das hängt von deinen Holz- und Strompreisen ab. Ein Holzofen braucht keinen Strom, aber Brennholz, Zeit fürs Anheizen und regelmäßige Reinigung. Rechne beide Varianten mit deinen eigenen Preisen durch.
Passendes Zubehör für den Aufguss findest du in unserer Kollektion Sauna-Aufguss-Zubehör. Was sonst noch in die Heimsauna gehört, liest du in Heimsauna einrichten: 10 Dinge.
