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Infrarot vs. Finnische Sauna: Was sagt die Forschung?

Sauna & Herz-Kreislauf

Infrarot vs. Finnische Sauna: Was sagt die Forschung?

Finnische Sauna oder Infrarotkabine? Beide versprechen Gesundheitsvorteile - aber die Studienlage ist nicht gleichwertig. Hier ist, was die Forschung zu beiden sagt.
In diesem Beitrag

Finnische Sauna oder Infrarotkabine? Beide versprechen Gesundheitsvorteile - aber die Studienlage ist nicht gleichwertig. Hier ist, was die Forschung zu beiden sagt.

Autor:innen & Beitragsinfo

  • Quellen: Beever R (Can Fam Physician, 2009), Laukkanen JA et al. (JAMA, 2015), Miyata M et al. (Waon-Therapie, Circ J 2008)
  • Lesedauer: ca. 6 Minuten
  • Themen-Tags: Infrarotsauna, Finnische Sauna, Vergleich, Herz-Kreislauf

Die Grundlagen: Wie sie heizen

Die finnische Sauna erhitzt die Luft auf 80-100 °C bei 10-20 % Luftfeuchtigkeit. Der Körper wird über konvektive Wärme (heiße Luft) und Strahlung von den heißen Steinen erwärmt. Die Kerntemperatur steigt um 0,5-1,5 °C.

Die Infrarotsauna arbeitet bei nur 45-60 °C. Statt die Luft zu erhitzen, senden Infrarotstrahler Wärme direkt in den Körper - ähnlich wie die Wärme, die man von der Sonne auf der Haut spürt (ohne UV-Strahlung). Die Wärme dringt 3-4 cm tief in das Gewebe ein.

Der subjektive Unterschied: In der finnischen Sauna schwitzt man stark und schnell, die Hitze fühlt sich intensiv an. In der Infrarotkabine schwitzt man ebenfalls, aber langsamer und bei angenehmerer Raumtemperatur.

Studienlage: Finnische Sauna klar vorne

Die finnische Sauna hat die mit Abstand stärkste wissenschaftliche Basis. Die KIHD-Studie (2.315 Männer, 20,7 Jahre Follow-up) zeigte:

  • 63 % weniger plötzlicher Herztod bei 4-7 Saunagängen pro Woche
  • 52 % weniger Risiko bei Sitzungen über 19 Minuten
  • 65 % weniger Demenzrisiko bei regelmäßigem Saunieren

Für die Infrarotsauna gibt es deutlich weniger Langzeitdaten. Die besten Studien kommen aus Japan zur sogenannten Waon-Therapie (auf Deutsch etwa „Wohlfühl-Wärme-Therapie") - einer speziellen Infrarot-Anwendung bei 60 °C für 15 Minuten:

  • Miyata und Kollegen zeigten Verbesserungen bei chronischer Herzschwäche
  • Beever (2009) fand positive Effekte auf Blutdruck, Cholesterin und Körpergewicht
  • Mehrere kleine Studien zeigen Schmerzlinderung bei Fibromyalgie (einer chronischen Schmerzerkrankung) und rheumatoider Arthritis (Gelenkentzündung)

Wann welche Sauna?

Finnische Sauna: Wenn du die stärksten Gesundheitseffekte willst und Hitze gut verträgst. Besonders für Herz-Kreislauf-Schutz, Immunstärkung und Langlebigkeit.

Infrarotsauna: Wenn du Hitze schlecht verträgst, unter chronischen Schmerzen leidest oder ein sanfterer Einstieg wichtig ist. Auch für Menschen mit leichter Herzschwäche unter ärztlicher Begleitung.

Wichtig: Beide Saunaarten erhöhen die Herzfrequenz, fördern das Schwitzen und lösen eine Stressantwort aus. Der Hauptunterschied liegt in der Intensität - und in der Menge an Forschung, die dahintersteht.

Originalquelle

Beever R. Far-infrared saunas for treatment of cardiovascular risk factors. Can Fam Physician. 2009;55(7):691-696. PMC2718593
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2718593/

Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quelle: Beever R (2009). Far-infrared saunas for treatment of cardiovascular risk factors. Can Fam Physician, 55(7):691-696. PMC2718593