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Die finnische Sauna-Studie: Was Forscher über Herz und Saunahäufigkeit herausfanden

Sauna-Wissen

Die finnische Sauna-Studie: Was Forscher über Herz und Saunahäufigkeit herausfanden

Eine finnische Langzeitstudie mit über 2.300 Männern hat über rund 20 Jahre beobachtet, wie Saunahäufigkeit und Herz-Kreislauf-Todesfälle zusammenhängen. Wir fassen Aufbau, Ergebnisse und Grenzen der Studie zusammen.
In diesem Beitrag

Eine finnische Langzeitstudie mit über 2.300 Männern beobachtete: Wer 4-7 Mal pro Woche saunierte, starb im Beobachtungszeitraum seltener an plötzlichem Herztod als Männer, die einmal pro Woche in die Sauna gingen. Auch die Gesamtsterblichkeit war in dieser Gruppe niedriger. Hier liest du, wie die Studie aufgebaut war, was sie zeigt und was nicht.

Autor:innen & Beitragsinfo

  • Originalautor:innen: Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA
  • Quelle/Journal/Plattform: JAMA Internal Medicine
  • Veröffentlichungsdatum: April 2015
  • Lesedauer: 4-6 Min.
  • Themen-Tags: Sauna, Herz-Kreislauf, Sterblichkeit, Langzeitstudie

Worum geht es?

Saunabaden ist in Finnland weit verbreitet und wird seit Langem mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Doch wie stark ist der Zusammenhang zwischen Saunafrequenz und kardiovaskulärer Sterblichkeit tatsächlich? Diese prospektive Langzeitstudie an einer großen Gruppe aus Ostfinnland untersucht erstmals systematisch, ob häufigeres Saunieren mit einem niedrigeren Risiko für plötzlichen Herztod, koronare Herzkrankheit und Gesamtsterblichkeit einhergeht.

Was wurde gemacht?

  • Studiendesign/Format: Langzeit-Beobachtungsstudie (Kuopio Ischämische Heart Disease Risk Factor Study)
  • Teilnehmende/Setting: 2.315 Männer, 42-60 Jahre, aus Ostfinnland
  • Intervention/Exposition: Selbstberichtete Saunafrequenz (1×, 2-3×, 4-7× pro Woche) und Sitzungsdauer
  • Vergleich: Referenzgruppe = 1× pro Woche Sauna
  • Dauer: Median 20,7 Jahre Nachbeobachtung (Studienbeginn 1984-1989)
  • Gemessene Ergebnisse: Plötzlicher Herztod (SCD), fatale koronare Herzkrankheit (CHD), fatale kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD), Gesamtsterblichkeit

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 4-7× Sauna/Woche war mit einem um 63 % geringeren Risiko für plötzlichen Herztod verbunden (HR 0,37) als 1×/Woche
  • Bei 2-3× Sauna/Woche lag das Risiko um 22 % niedriger (HR 0,78)
  • Sitzungen über 19 Minuten waren mit einem um 52 % geringeren SCD-Risiko verbunden als Sitzungen unter 11 Minuten (HR 0,48)
  • Die Gesamtsterblichkeit lag bei 4-7× Sauna/Woche um 40 % niedriger (HR 0,60)
  • Der Zusammenhang blieb auch nach Bereinigung um bekannte Risikofaktoren (BMI, Rauchen, Alkohol, Blutdruck, Cholesterin) stabil

Haupttext

Die finnische Kuopio-Studie gilt als Meilenstein in der Saunaforschung. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren begleiteten die Forscher 2.315 Männer mittleren Alters und erfassten deren Saunagewohnheiten sowie gesundheitliche Endpunkte.

Die Auswertung zeigt einen statistischen Zusammenhang: Je häufiger die Teilnehmer saunierten, desto seltener traten im Beobachtungszeitraum tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse auf. Am deutlichsten war der Unterschied beim plötzlichen Herztod bei Männern, die 4-7 Mal pro Woche in die Sauna gingen.

Auch die Dauer der einzelnen Sitzungen spielte eine Rolle. Sitzungen von mehr als 19 Minuten waren mit einem deutlich niedrigeren Risiko verbunden als kürzere Sitzungen unter 11 Minuten. Die Forscher halten es für möglich, dass Häufigkeit und Dauer zusammenwirken.

Als mögliche Erklärungen werden diskutiert: Veränderungen der Endothelfunktion (der Innenschicht der Blutgefäße), des Blutdrucks, der arteriellen Steifigkeit (der Elastizität der Blutgefäße) und des autonomen Nervensystems. Belegt sind diese Mechanismen als Ursache nicht. Saunabaden löst eine physiologische Reaktion aus, die einem moderaten körperlichen Training ähnelt - die Herzfrequenz steigt auf 100-150 Schläge pro Minute, und die Körperkerntemperatur erhöht sich.

Einschränkungen der Studie: Die Teilnehmer waren ausschließlich Männer mittleren Alters aus Finnland, wo Saunabaden kulturell stark verankert ist. Eine direkte Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen oder Saunakulturen ist daher mit Vorsicht zu betrachten. Zudem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie - sie zeigt Zusammenhänge, aber nicht, dass die Sauna die Ursache ist. Menschen, die oft saunieren, können sich auch in anderen Lebensgewohnheiten unterscheiden.

Originalquelle

Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA (2015). Association Between Sauna Bathing and Fatal Cardiovascular and All-Cause Mortality Events. JAMA Internal Medicine, 175(4), 542-548. DOI: 10.1001/jamainternmed.2014.8187
Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25705824/

Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kläre Saunabesuche vorher ärztlich ab.

Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25705824/