Hitze tötet Schimmel, denken viele. Und trotzdem findet man ihn in Heimsaunen. Der Grund: Schimmel wächst nicht beim Saunieren, sondern in den Stunden und Tagen danach, wenn feuchtes Holz nicht abtrocknet.
Kurz gesagt: Schimmel in der Sauna zeigt sich als dunkle Punkte oder Flecken, oft an der Unterseite von Bänken, in Ecken, am Boden oder hinter Verkleidungen, und als muffiger Geruch. Kleine, oberflächliche Stellen am Holz kannst du nach dem Trocknen fein abschleifen und mit 70-prozentigem Alkohol behandeln. Große Flächen oder Schimmel hinter der Verkleidung gehören in die Hände einer Fachfirma. Vorbeugen heißt: trocknen, lüften, Handtuch unterlegen.
Woran du Schimmel erkennst
- schwarze, graue oder grünliche Punkte, die sich nicht abwischen lassen
- dunkle Ränder an Stellen, an denen Wasser stehen bleibt
- ein dumpfer Geruch, der auch nach dem Lüften bleibt
- weiche oder sich verfärbende Stellen am Boden oder an den Bankfüßen
Nicht jeder dunkle Fleck ist Schimmel. Schweißflecken oder vergrautes Holz sehen ähnlich aus, wachsen aber nicht weiter. Was dagegen hilft, steht in Saunabänke pflegen.
Wo Schimmel in der Sauna entsteht
- an der Unterseite von Bänken und Lattenrosten
- am Boden, vor allem wenn Wasser vom Aufguss stehen bleibt
- in Ecken mit wenig Luftbewegung
- hinter Wandverkleidungen, wenn die Dampfsperre fehlt oder beschädigt ist
- im Saunafass an der tiefsten Stelle, wenn der Ablauf verstopft ist
Kleine Stellen selbst entfernen
- Sauna ausschalten und vollständig abkühlen lassen.
- Schutzhandschuhe und eine Maske tragen, damit du keine Sporen einatmest.
- Die Stelle gut trocknen lassen, nicht nass schrubben.
- Mit feinem Schleifpapier, Körnung 120 bis 180, die oberste Holzschicht abschleifen. Staub sofort absaugen.
- Die Stelle mit 70-prozentigem Alkohol abwischen und trocknen lassen.
- Danach die Sauna einmal leer aufheizen und gut lüften.
Verzichte auf Chlorreiniger und Schimmelsprays aus dem Bad. Sie können Rückstände im Holz hinterlassen, die in der Hitze ausdünsten.
Wann du Hilfe brauchst
- wenn der Schimmel größer als etwa eine Handfläche ist
- wenn er nach dem Schleifen wiederkommt
- wenn du ihn hinter der Verkleidung vermutest, etwa weil es muffig riecht, du aber nichts siehst
- wenn jemand im Haushalt Atemwegserkrankungen oder Allergien hat
Dann ist eine Fachfirma oder der Hersteller deiner Sauna die richtige Adresse. Oft liegt die Ursache in der Bauweise, etwa einer fehlenden Dampfsperre.
So beugst du vor
- Trocknen: Nach jedem Saunaabend Tür und Lüftung offen lassen, bis alles trocken ist.
- Lüften: Zu- und Abluft frei halten. Mehr in Sauna Lüftung.
- Handtuch: Immer unterlegen, damit Schweiß nicht ins Holz zieht.
- Aufguss mit Maß: Zu viel Wasser läuft vom Ofen auf den Boden. Wie viel richtig ist, steht in Wie oft Aufguss in der Heimsauna? Mit einem Aufgussbecher mit 350 ml dosierst du genau.
- Nichts in der Kabine lagern: keine Handtücher, kein Holz, keine Kartons.
- Regelmäßig reinigen: wie in Sauna reinigen beschrieben.
Häufige Fragen
Tötet die Hitze in der Sauna nicht den Schimmel?
Hohe Hitze kann Schimmel an der Oberfläche schaden, aber nicht verlässlich in tieferen Holzschichten oder hinter Verkleidungen. Und sobald es wieder feucht und kühl ist, wächst er weiter. Hitze ersetzt kein Entfernen.
Kann ich mit Schimmel weiter saunieren?
Lieber nicht, bis er entfernt ist. Sporen können die Atemwege reizen, gerade in der warmen, feuchten Luft.
Hilft Essig gegen Schimmel auf Saunaholz?
Essig kann Holz verfärben und reicht bei Holz oft nicht tief genug. Für kleine Stellen ist Schleifen plus Alkohol besser geeignet.
