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Eisbaden: 7 Dinge, die du über Kälte wissen solltest

Kälte & Eisbaden

Eisbaden: 7 Dinge, die du über Kälte wissen solltest

Eisbaden ist vom Mutprobe-Image zum Ritual vieler Saunagänger geworden. Was im kalten Wasser passiert, was Studien zeigen und welche Regeln du kennen solltest, fassen wir hier zusammen.
In diesem Beitrag

Freiwillig in eiskaltes Wasser steigen, das klang vor ein paar Jahren nach Mutprobe. Heute baden viele regelmäßig im See, in der Tonne oder im Kältebecken nach der Sauna. Hier liest du, was dabei im Körper passiert, was Studien bisher zeigen und worauf du achten solltest, damit aus Kälte ein Ritual wird und kein Risiko.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Die ersten Sekunden sind ein Schock.
  2. Ruhig atmen ist die wichtigste Technik.
  3. Viele fühlen sich danach wach und klar.
  4. Die Studienlage ist dünner als der Hype.
  5. Eisbaden ist auch ein soziales Ritual.
  6. Sicherheit geht vor Mut.
  7. Danach zählt Wärme.

1. Die ersten Sekunden sind ein Schock

Sobald du in kaltes Wasser steigst, reagiert der Körper sofort. Die Blutgefäße in der Haut ziehen sich zusammen, damit weniger Wärme verloren geht. Puls und Atmung werden schneller, oft schnappt man unwillkürlich nach Luft. Diese Kälteschockreaktion ist ganz normal, sie lässt nach etwa einer Minute nach, wenn du ruhig bleibst. Genau deshalb springst du nie kopfüber ins kalte Wasser, sondern gehst langsam hinein. Was in dieser ersten Minute passiert, erklären wir ausführlich in Kälteschock: Was in den ersten 60 Sekunden passiert.

2. Ruhig atmen ist die wichtigste Technik

Im kalten Wasser entscheidet die Atmung, wie es sich anfühlt. Konzentrier dich auf lange, ruhige Ausatmer, etwa durch leicht geöffnete Lippen. Das hilft vielen, die Schnappatmung in den Griff zu bekommen. Kämpf nicht gegen die Kälte, sondern lass sie kommen. Starke Hyperventilation vor oder im Wasser ist keine gute Idee: Sie kann zu Schwindel führen, und das ist im Wasser gefährlich. Wenn du ruhige Atemübungen vorher üben möchtest, findest du Anregungen in Breathwork in der Sauna.

3. Viele fühlen sich danach wach und klar

Nach dem Aussteigen kribbelt die Haut, und viele berichten von einem Gefühl von Frische, Wachheit und guter Laune. Das ist der Grund, warum Menschen immer wieder ins kalte Wasser gehen. Forschende untersuchen, wie Kälte mit Stimmung und Stress zusammenhängt, die Ergebnisse sind aber noch vorläufig und beruhen oft auf kleinen Studien oder Fallberichten. Eisbaden ist keine Behandlung für psychische Erkrankungen. Wie die Studienlage aussieht, ordnen wir in Kaltes Wasser und Psyche ein.

4. Die Studienlage ist dünner als der Hype

Im Netz liest man viel über Kälte und gesundes Altern, Entzündungen oder braunes Fettgewebe. Tatsächlich gibt es dazu Studien, aber meist mit wenigen Teilnehmenden, kurzen Zeiträumen oder ohne Vergleichsgruppe. Große, gut kontrollierte Langzeitstudien fehlen. Wir halten es deshalb so: Eisbaden ist ein Erlebnis, das sich für viele gut anfühlt, kein Programm für ein längeres Leben. Was einzelne Untersuchungen zeigen, liest du in Cold Plunge: Was die Wissenschaft wirklich sagt.

5. Eisbaden ist auch ein soziales Ritual

Ein Teil des Trends hat mit Gemeinschaft zu tun. Winterbadegruppen treffen sich am Wochenende am See, Freunde wechseln zwischen Saunafass und Wassertonne, andere starten den Tag mit einem kurzen kalten Bad. Gemeinsam fällt der Einstieg leichter, und es ist sicherer, weil jemand aufpasst. In Dänemark heißt das Winterbaden Vinterbadning und hat in vielen Küstenorten eigene Vereine mit Sauna am Wasser. Auch in Norddeutschland gibt es inzwischen Gruppen, die sich im Winter an Seen und an der Küste treffen. Frag vor Ort, ob es eine Gruppe gibt, der du dich anschließen kannst. Besonders beliebt ist die Kombination mit der Sauna. Wie du Hitze und Kälte im Wechsel planst, steht in Sauna und Eisbad im Wechsel.

6. Sicherheit geht vor Mut

Kaltes Wasser ist ein starker Reiz für den Kreislauf. Halte dich an ein paar Regeln:

  • Geh nie allein ins offene Wasser.
  • Steig langsam ein und bleib anfangs nur kurz, eher Sekunden als Minuten.
  • Tauch den Kopf nicht unter, solange du nicht geübt bist.
  • Kein Alkohol vorher.
  • Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, in der Schwangerschaft oder mit anderen Vorerkrankungen klärst du Eisbaden vorher ärztlich ab.

Wie du Schritt für Schritt anfängst, steht in Eisbaden für Anfänger, alle Regeln findest du in Sicherheit beim Eisbaden.

7. Danach zählt Wärme

Nach dem Aussteigen sinkt die Körpertemperatur oft noch eine Weile weiter. Dieser Effekt heißt Afterdrop. Trockne dich zügig ab, zieh warme, trockene Kleidung an und bedeck den Kopf. Ein Poncho hilft beim Umziehen am Ufer. Bewegung, ein warmes Getränk und ein geschützter Platz bringen die Wärme zurück. Geh nicht direkt in eine sehr heiße Dusche, sondern wärm dich langsam auf. Wenn du nach der Sauna ins kalte Wasser gehst, folgt danach die Ruhepause, gut zugedeckt und mit warmen Füßen. Wenn du stark zitterst, dich verwirrt fühlst oder einfach nicht warm wirst, hol dir Hilfe. Mehr dazu liest du in Afterdrop nach dem Eisbaden.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ich beim Eisbaden im Wasser bleiben?

Am Anfang reichen wenige Sekunden bis eine Minute. Steigere dich langsam und geh raus, bevor du stark zitterst oder die Finger taub werden.

Ist Eisbaden gesund?

Viele fühlen sich danach frisch und wach. Belastbare Langzeitstudien zu gesundheitlichen Effekten fehlen aber. Bei Vorerkrankungen klärst du Eisbaden vorher ärztlich ab.

Reicht auch eine kalte Dusche?

Für den Einstieg ja. Eine kalte Dusche ist leichter zu dosieren und ein guter Weg, sich an Kälte zu gewöhnen. Mehr dazu in Kalt duschen: Reicht das schon?

Für den Weg zum Wasser und zurück findest du Poncho, Saunatuch und Saunamütze in unserem Sauna-Zubehör. Wie du dich Schritt für Schritt an Kälte gewöhnst, steht in Kältetoleranz aufbauen.