Wer gern sauniert, fragt sich nach einem Schlaganfall früher oder später: Darf ich wieder? Die ehrliche Antwort ist: Das kann nur deine Ärztin oder dein Arzt entscheiden. Hier erfährst du, warum das so ist, welche Fragen du stellen kannst und wie ein vorsichtiger Wiedereinstieg aussieht.
Kurz gesagt: Nach einem Schlaganfall ist Sauna nicht grundsätzlich verboten, aber in der akuten Phase und während der Reha tabu. Wann es wieder geht, hängt von der Art des Schlaganfalls, vom Blutdruck, von den Medikamenten und von deinem Zustand ab. Ohne ärztliche Freigabe solltest du nicht in die Sauna gehen. Danach startest du mild, kurz und nie allein.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Er soll dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen.
Warum die Sauna nach einem Schlaganfall besondere Vorsicht braucht
In der Sauna weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt zunächst, das Herz schlägt schneller. Beim Abkühlen ziehen sich die Gefäße wieder zusammen, und der Blutdruck steigt kurz an. Für gesunde Menschen ist dieser Wechsel gut zu verkraften. Nach einem Schlaganfall reagiert der Kreislauf aber oft empfindlicher. Dazu kommen Medikamente wie Blutdrucksenker oder Blutverdünner, die die Wirkung der Hitze verändern können. Was die Sauna mit dem Blutdruck macht, erklären wir in Sauna und Blutdruck.
Fragen für das Arztgespräch
- Ist mein Blutdruck stabil genug für Wärme und anschließendes Abkühlen?
- Verändern meine Medikamente, wie ich auf Hitze reagiere?
- Welche Temperatur und welche Dauer sind für mich in Ordnung?
- Darf ich kalt abduschen oder ins Tauchbecken, oder nur sanft an der Luft abkühlen?
- Gibt es Warnzeichen, bei denen ich sofort aufhören muss?
So kann ein vorsichtiger Wiedereinstieg aussehen
Wenn du die Freigabe hast, gelten diese Grundsätze:
- Milde Hitze: Bio-Sauna oder untere Bank statt 90 Grad ganz oben.
- Kurze Gänge: 5 bis 8 Minuten reichen am Anfang, ein bis zwei Gänge pro Besuch.
- Sanft abkühlen: frische Luft und lauwarmes bis kühles Wasser, kein Sprung ins Eiswasser. Hinweise in Abkühlen nach der Sauna.
- Langsam aufstehen: die letzten Minuten aufrecht sitzen, dann ruhig aufstehen.
- Nie allein: Geh mit einer Begleitung, gerade in der Heimsauna.
- Genug trinken: vor und nach jedem Gang.
Warnzeichen: sofort raus
Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Sprachprobleme, Schwäche in Arm oder Bein, Druck auf der Brust. Bei diesen Zeichen sofort die Sauna verlassen. Bei Anzeichen eines erneuten Schlaganfalls sofort den Notruf 112 wählen.
Was Studien zu Sauna und Schlaganfall sagen
Eine finnische Studie mit über 1.600 Teilnehmenden, veröffentlicht 2018 in der Fachzeitschrift Neurology, fand: Wer vier bis sieben Mal pro Woche sauniert, hatte in den folgenden Jahren ein deutlich niedrigeres Schlaganfallrisiko als Menschen mit einem Saunagang pro Woche. Das ist eine Beobachtung bei Menschen ohne Schlaganfall und sagt nichts darüber, wie Sauna nach einem Schlaganfall wirkt. Mehr zur finnischen Forschung in Die finnische Sauna-Studie.
Häufige Fragen
Wie lange nach einem Schlaganfall nicht in die Sauna?
Eine feste Frist gibt es nicht. Mindestens die akute Phase und die Reha sollten abgeschlossen sein, und der Blutdruck sollte gut eingestellt sein. Den genauen Zeitpunkt legt deine Ärztin oder dein Arzt fest.
Ist eine Infrarotkabine schonender?
Infrarotkabinen arbeiten mit niedrigerer Lufttemperatur. Ob sie für dich besser geeignet sind, klärst du ebenfalls ärztlich. Unterschiede erklären wir in Infrarot vs. Finnische Sauna.
Und nach einem Herzinfarkt?
Auch hier gilt: erst nach ärztlicher Freigabe, mild starten und auf kalte Güsse verzichten. Mehr in Sauna und Herz.
