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Sauna, Aufguss und Haustiere: Warum Hund und Katze lieber draußen bleiben

Deine Heimsauna ist für dich gebaut, nicht für deinen Hund. Mit ein paar einfachen Regeln bleiben Hitze und Duft dort, wo sie hingehören.

In diesem Beitrag

Ein Hund schwitzt nur über die Ballen seiner Pfoten. Das ist einer der Gründe, warum Hitze, die du als wohlig empfindest, für ihn schnell gefährlich wird. Dazu kommen die Düfte: Katzen fehlt ein Leberenzym, das beim Abbau vieler Stoffe eine wichtige Rolle spielt. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund für klare Regeln. Hier liest du, was Tiermedizin und Toxikologie dazu sagen und wie du deine Heimsauna tierfreundlich nutzt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Tiere geben Hitze schlechter ab als wir.
  2. In die Kabine gehört kein Tier.
  3. Katzen bauen manche Duftstoffe kaum ab.
  4. Konzentrierte Öle sind das eigentliche Risiko.
  5. Diffusoren brauchen in Tierhaushalten Fingerspitzengefühl.
  6. Vögel reagieren besonders empfindlich auf Stoffe in der Luft.
  7. Fünf Regeln machen die Heimsauna tiersicher.
  8. Bei Anzeichen einer Vergiftung zählt die Tierarztpraxis.

1. Tiere geben Hitze schlechter ab als wir

Wir Menschen kühlen uns in der Sauna über Schweiß, der auf der ganzen Haut verdunstet. Hunde können das nicht. Laut Prof. Dr. Sabine Kästner von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) schwitzen sie nur über die Pfotenballen und kühlen sich vor allem durch Hecheln. Die Verdunstungsfläche ist dabei klein. Schon ab einer Umgebungstemperatur von etwa 28 °C funktioniert das Hecheln nur noch eingeschränkt. Von einem Hitzschlag spricht man ab einer Körperkerntemperatur über 41 °C, über 43 °C endet er meist tödlich. Selbst mit intensivmedizinischer Behandlung sterben laut TiHo 50 bis 60 Prozent der betroffenen Hunde. Zum Vergleich: In einer finnischen Sauna herrschen etwa 80 bis 100 °C. Besonders gefährdet sind kurznasige Rassen wie Mops und Bulldogge sowie ältere, übergewichtige oder vorerkrankte Hunde.

2. In die Kabine gehört kein Tier

Daraus folgt die wichtigste Regel: Kein Tier in die Saunakabine, auch nicht für ein paar Minuten auf der unteren Bank. Ein Hund kann dir nicht sagen, wann es zu viel wird, und er kann die Tür nicht allein öffnen. Auch die Zeit vor und nach dem Saunieren zählt, denn die Kabine bleibt lange heiß und der Ofen erst recht. Halte die Saunatür geschlossen, solange es drinnen warm ist, damit keine neugierige Katze hineinschlüpft. Die TiHo nennt typische Zeichen einer Überhitzung beim Hund:

  • starkes, hektisches Hecheln mit angespanntem Gesicht
  • übermäßiges Speicheln
  • Unruhe oder auffällige Teilnahmslosigkeit
  • Taumeln und ein glasiger Blick
  • gerötete Schleimhäute, Erbrechen oder Durchfall

Mehr Regeln für entspannte Abende findest du in Sicherheit in der Heimsauna.

3. Katzen bauen manche Duftstoffe kaum ab

Beim Duft wird es bei Katzen spannend. Ihnen fehlt ein Enzym, das in der Leber viele Stoffe an Glucuronsäure koppelt und so wasserlöslich macht. Fachleute nennen das Glucuronidierung. Michael Court und David Greenblatt zeigten im Jahr 2000 in der Zeitschrift Pharmacogenetics, dass das zuständige Gen UGT1A6 bei Katzen durch mehrere Mutationen funktionslos ist. Eine Analyse von Shrestha und Kollegen (PLoS One, 2011) legt nahe, dass sich dieser Defekt in der Familie der Katzenartigen schon vor 11 bis 35 Millionen Jahren festgesetzt hat. Die Folge: Katzen bauen Phenole und verwandte Stoffe deutlich schlechter ab. Das BfR beschreibt, dass Katzen Terpene und Phenole aus Teebaumöl kaum in ausscheidbare Stoffe umwandeln können. Dazu kommen ihre dünne Haut, durch die fettlösliche Stoffe schnell eindringen, und das Putzen: Was aufs Fell gelangt, landet beim Lecken im Maul.

4. Konzentrierte Öle sind das eigentliche Risiko

Die Pet Poison Helpline, ein US-amerikanischer Giftnotruf für Tiere, nennt unter anderem diese Öle als problematisch für Katzen: Wintergrün, Zitrus, Kiefernöle, Ylang Ylang, Pfefferminze, Zimt, Poleiminze, Nelke, Eukalyptus und Teebaum. Wie deutlich unverdünntes Öl wirken kann, zeigt eine Auswertung im Journal of the American Veterinary Medical Association von 2014. Sie umfasst 443 Fälle aus den Jahren 2002 bis 2012, 337 Hunde und 106 Katzen, die mit 100 Prozent Teebaumöl in Kontakt gekommen waren. 77 Prozent zeigten Vergiftungszeichen wie Schwäche, Zittern oder Speicheln, meist 2 bis 12 Stunden später. Wichtig für die Einordnung: Die Daten stammen aus Anrufen bei einem Giftnotruf, und es ging um reines Öl, das auf Haut und Fell aufgetragen oder geschluckt wurde. Ein verdünnter Aufguss in der geschlossenen Kabine ist eine andere Situation. Die Botschaft bleibt trotzdem klar: Konzentrat gehört nie an ein Tier.

5. Diffusoren brauchen in Tierhaushalten Fingerspitzengefühl

Im Wohnzimmer laufen Duftlampen und Diffusoren oft lange. Die Pet Poison Helpline unterscheidet zwei Arten. Passive Geräte wie Duftstäbchen oder Duftlampen geben vor allem Duftmoleküle an die Luft ab. Hier sind gereizte Atemwege das Hauptproblem, solange kein Öl aufs Fell gelangt oder das Gerät umkippt. Aktive Geräte wie Ultraschallvernebler versprühen dagegen feinste Öltröpfchen, die sich im Raum auf dem Fell absetzen können. Besonders vorsichtig solltest du bei Katzen mit Asthma oder Allergien sein. Praktisch heißt das:

  • Sparsam dosieren und das Gerät nicht stundenlang laufen lassen.
  • Dem Tier immer einen duftfreien Raum lassen, in den es ausweichen kann.
  • Geräte so aufstellen, dass sie nicht umgeworfen werden können.
  • Regelmäßig lüften.

Welche Duftform zu welchem Raum passt, vergleichen wir in Raumspray oder Diffuser?

6. Vögel reagieren besonders empfindlich auf Stoffe in der Luft

Lebt bei dir ein Wellensittich, Kanarienvogel oder Papagei, gilt noch mehr Vorsicht. Laut Leslie Woods von der tiermedizinischen Fakultät der University of California, Davis reagieren Vögel auf Stoffe in der Luft viel empfindlicher als Menschen. Nicht ohne Grund nahmen Bergleute früher Kanarienvögel als Frühwarnsystem mit unter Tage. Die Fachleute aus Davis nennen neben Rauch und überhitzten Antihaftpfannen auch Lufterfrischer und Duftkerzen als mögliche Belastung. Für Vogelhalter heißt das:

  • Den Vogel nie in einem Raum halten, in dem Duft verdampft oder versprüht wird.
  • Während und nach dem Saunieren die Tür zum Vogelzimmer geschlossen halten.
  • Erst gut lüften, bevor der Vogel wieder in die Nähe kommt.

Angestrengtes oder schnelles, flaches Atmen, pfeifende Geräusche und eine veränderte Stimme sind ein Fall für die Tierarztpraxis, und zwar sofort.

7. Fünf Regeln machen die Heimsauna tiersicher

Für den Alltag reichen ein paar feste Gewohnheiten:

  • Tür zu: Kein Tier in die Kabine, und die Saunatür bleibt geschlossen, solange es drinnen warm ist.
  • Erst lüften: Nach dem letzten Aufguss Kabine und Vorraum gründlich lüften, bevor Hund oder Katze den Raum wieder betreten.
  • Kübel leeren: Aufgusswasser nie stehen lassen. Für einen Hund sieht ein Kübel schnell aus wie ein Wassernapf.
  • Hoch lagern: Das Konzentrat gehört verschlossen in einen Schrank, den weder Kinder noch Tiere erreichen.
  • Sofort wischen: Verschüttete Tropfen gleich aufnehmen, damit keine Pfote hineintritt und keine Zunge sie ableckt.

Wie Zuluft und Abluft in der Kabine zusammenspielen, steht in Sauna Lüftung: Warum Zuluft und Abluft so wichtig sind.

8. Bei Anzeichen einer Vergiftung zählt die Tierarztpraxis

Hat dein Tier Konzentrat abgeleckt, ist es mit Öl in Berührung gekommen oder wirkt es nach einem Saunaabend auffällig? Die Pet Poison Helpline nennt als mögliche Zeichen Speicheln, Erbrechen, Zittern, Taumeln, Atemprobleme und eine niedrige Körpertemperatur. Bei gereizten Atemwegen kann ein Husten bei Katzen aussehen wie der Versuch, ein Haarknäuel loszuwerden. So gehst du vor:

  • Bring das Tier an die frische Luft.
  • Ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an.
  • Nimm die Flasche oder ein Foto vom Etikett mit.

Die Giftinformationszentren in Deutschland sind laut BfR vor allem für Menschen da, beraten je nach Kapazität aber auch bei Tieren. Bei Verdacht auf eine Vergiftung rät das BfR, umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kontaktieren.

Häufige Fragen

Darf mein Hund mit in die Sauna?

Nein. Hunde schwitzen nur über die Pfotenballen und kühlen sich vor allem durch Hecheln, das bei großer Hitze schnell an Grenzen stößt. Saunahitze kann für sie in kurzer Zeit gefährlich werden.

Ist Saunaaufguss giftig für Katzen?

Aufgüsse sind für Menschen gemacht und kommen stark verdünnt auf heiße Steine. Heikel wird es, wenn eine Katze das Konzentrat ableckt oder es aufs Fell bekommt, weil Katzen manche Duftstoffe kaum abbauen können. Lagere die Flasche deshalb sicher und lüfte nach dem Aufguss, bevor die Katze in den Raum kommt.

Kann ich mit Katze in der Wohnung einen Diffuser benutzen?

Wenn, dann sparsam, nur für kurze Zeit und mit einem duftfreien Rückzugsraum für die Katze. Ultraschallvernebler verteilen feine Tröpfchen, die sich aufs Fell legen können. Hat deine Katze Asthma oder Allergien, sprich vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.

Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn dein Tier Vorerkrankungen hat oder du unsicher bist, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.

Kübel, Kelle und Aufgussbecher, mit denen du nur so viel anmischst, wie du wirklich brauchst, findest du in unserem Sauna-Zubehör. Wie du zu Hause entspannt und sicher aufgießt, liest du in Aufguss in der Heimsauna: 8 Regeln für zu Hause.