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Sauna-Wissen

Sauna bei Erkältung: Wann du gehen kannst und wann nicht

Ein Saunagang macht eine Erkältung nicht kürzer, kann den Körper aber zusätzlich belasten. Hier liest du, was Krankenkasse und Ärzte raten und wie du nach dem Infekt gut wieder einsteigst.
In diesem Beitrag

Der Hals kratzt, die Nase läuft, und eigentlich wäre heute Saunatag. Viele fragen sich dann, ob ein Saunagang die Erkältung vertreibt oder schlimmer macht. Die kurze Antwort: Mit Fieber nie, mit leichten Symptomen nur mit Bedacht. Diese acht Punkte helfen dir, die Lage für dich einzuschätzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Bei Fieber bleibst du draußen
  2. Auch bei einer starken Erkältung pausieren
  3. Beginnende Erkältung: lieber einen Saunatag auslassen
  4. Leichte Erkältung: Fachleute sind sich nicht einig
  5. Denk an die anderen in der Kabine
  6. Medikamente und Salben vorher ärztlich klären
  7. Auf Warnsignale achten
  8. Nach dem Infekt in Ruhe wieder einsteigen

1. Bei Fieber bleibst du draußen

Hier sind sich alle Quellen einig. Die Techniker Krankenkasse rät bei Fieber dringend von Saunagängen ab, weil der Körper ohnehin stark gefordert ist. Eine Beratungsärztin der R+V Krankenversicherung nennt die Sauna bei Fieber „absolut tabu“: Die Hitze belastet den geschwächten Körper zusätzlich. Fieber ist bereits eine erhöhte Körpertemperatur. In der Kabine kommt weitere Wärme von außen dazu, und das Herz-Kreislauf-System muss mehr arbeiten. Miss im Zweifel vorher Temperatur. Wenn du dich fiebrig, schlapp oder zittrig fühlst, ist das Thema für heute erledigt.

2. Auch bei einer starken Erkältung pausieren

Gliederschmerzen, starker Husten, dicker Kopf: Wenn die Erkältung dich richtig erwischt hat, gehört die Sauna nicht ins Programm. Die TK rät bei einer schweren Erkältung ebenso ab wie bei Fieber. Ein Saunagang lindert Erkältungssymptome nicht, heißt es bei der R+V. Er kann einen Infekt durch den Wechsel von Hitze und Kälte sogar verschlimmern. Im akuten Stadium braucht dein Körper vor allem Ruhe, Erholung und Schlaf. Ein ruhiger Abend auf dem Sofa ist in dieser Phase die bessere Wahl.

3. Beginnende Erkältung: lieber einen Saunatag auslassen

Das erste Kratzen im Hals verleitet dazu, die Erkältung „rauszuschwitzen“. Die TK empfiehlt Menschen, die nicht regelmäßig saunieren, bei einer beginnenden Erkältung die Sauna eher zu meiden. Die hohen Temperaturen sind für den Körper ein zusätzlicher Reiz, an den er nicht gewöhnt ist. In der Apotheken Umschau widerspricht ein Sportmediziner auch dem finnischen Spruch „Wer es schafft, bis zur Sauna zu gehen, der darf auch hinein“. Ein ausgelassener Saunatag kostet dich wenig. Ein verschleppter Infekt kostet dich oft deutlich mehr Zeit.

4. Leichte Erkältung: Fachleute sind sich nicht einig

Bei einer leichten Erkältung gehen die Empfehlungen auseinander. Die Apotheken Umschau schreibt, dass akut Erkrankte, die erkältet sind oder Fieber haben, nicht ins Schwitzbad gehen sollten. Die TK hält für geübte, regelmäßige Saunagänger einen kurzen Durchgang für vertretbar. Sie rät dann zu geringer Wärmebelastung statt finnischer Sauna mit 80 bis 100 Grad und zu kürzeren Gängen. Wer sich dafür entscheidet, verlässt die Kabine sofort, wenn er sich unwohl fühlt. Unser Rat: Wenn du zweifelst, bleib draußen.

5. Denk an die anderen in der Kabine

In der öffentlichen Sauna sitzt du nah beieinander, oft mit Fremden. Die TK weist darauf hin, dass sich Erkältungsviren dort leichter verbreiten können. Auch die R+V nennt die Ansteckungsgefahr als Grund, krank zu Hause zu bleiben. Für dich ist es vielleicht nur ein Schnupfen. Für jemanden neben dir mit schwächerer Abwehr kann es mehr sein. Husten, Niesen und Naseputzen in der Kabine sind auch ohne Ansteckung unangenehm für alle. Rücksicht gehört zur Saunakultur genauso wie das Handtuch unter dem Körper.

6. Medikamente und Salben vorher ärztlich klären

Wer gegen die Erkältung Medikamente nimmt, sollte vor dem Saunagang ärztlichen Rat einholen. Laut der Beratungsärztin der R+V nimmt der Körper Wirkstoffe aus Salben bei erhöhter Temperatur schneller und stärker auf, besonders wenn sie kurz vorher aufgetragen wurden. Die Hitze verändert außerdem die Durchblutung von Leber und Nieren. Das kann die Wirkung mancher Mittel beeinflussen. Ob es reicht, die Einnahme zu verschieben, entscheidet deine Ärztin oder dein Arzt. Das gilt auch für Erkältungsbalsam, der auf Brust oder Rücken aufgetragen wird.

7. Auf Warnsignale achten

Selbst wenn du dich vorher fit gefühlt hast, kann sich das in der Kabine schnell ändern. Die TK weist darauf hin, dass Hitze und der schnelle Wechsel zwischen warm und kalt das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten. Ein Saunagang kann leichte Symptome sogar verstärken. Schwindel, Herzklopfen, Kopfschmerzen oder ein flaues Gefühl sind klare Zeichen: Verlass die Sauna sofort, setz dich hin und kühle dich langsam ab. Danach ist der Saunatag beendet. Ein Gang zu wenig ist nie ein Fehler.

8. Nach dem Infekt in Ruhe wieder einsteigen

Die TK rät, auf die Sauna zu verzichten, bis die Erkrankung abgeklungen ist und du dich wieder fit fühlst. Starte dann mit kürzeren Gängen, wenigen Durchgängen und ausreichend Ruhe dazwischen. Trink genug, denn in der Sauna verlierst du viel Flüssigkeit. Wie ein ruhiger Saunagang abläuft, liest du im Beitrag Saunagang richtig: der Ablauf in 7 Schritten. In der Ruhepause danach mögen viele ein warmes Fußbad, zum Beispiel mit unserem Fußbadesalz Lavendel & Orange, und eine Tasse Tee aus unseren Wellnesstees. Das ist kein Mittel gegen Erkältung, sondern einfach ein angenehmer Abschluss.

Häufige Fragen

Kann ich eine Erkältung in der Sauna ausschwitzen?

Nein. Laut R+V lindert ein Saunagang Erkältungssymptome nicht und kann den Infekt sogar verschlimmern. Ruhe und Schlaf sind in dieser Phase wichtiger.

Ist das Dampfbad bei Erkältung eine Alternative?

Die TK nennt Dampfbad und Infrarotkabine als mildere Optionen, aber nur in der Vor- oder Erholungsphase und nicht bei Fieber oder starker Erkältung. Im akuten Stadium gilt auch hier: lieber pausieren.

Wie lange sollte ich nach einer Erkältung warten?

Eine feste Frist gibt es nicht. Warte, bis die Beschwerden abgeklungen sind und du dich wieder belastbar fühlst. Bei Unsicherheit frag in deiner Hausarztpraxis nach.

Wie oft Saunieren für gesunde Menschen sinnvoll ist, liest du im Beitrag Wie oft in die Sauna? Für das Fußbad nach dem Saunagang findest du Ideen in Fußbad nach der Sauna: 5 Rezepte.