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Tepidarium: der lauwarme Raum der römischen Thermen

Das Tepidarium war in den römischen Thermen der Übergang zwischen kalt und heiß. Heute steht der Name in vielen Thermen für einen milden Wärmeraum mit beheizten Liegen.

In diesem Beitrag

Tepidarium bezeichnet den lauwarmen Raum der römischen Thermen, der zwischen dem kalten Frigidarium und dem heißen Caldarium lag. Der Name kommt vom lateinischen tepidus, lauwarm. Geheizt wurde er wie die anderen warmen Räume über eine Fußbodenheizung, das Hypokaustum. Heute tragen milde Wärmeräume in vielen Saunalandschaften diesen Namen.

Das Tepidarium in der Antike

In den römischen Thermen war das Tepidarium mäßig warm und hatte meist kein eigenes Becken. Es diente als Übergang zwischen den kalten und den heißen Räumen. In großen Anlagen war es oft eine zentrale Halle, um die sich weitere Räume gruppierten. Laut der Encyclopaedia Britannica von 1911 war es häufig mit Marmor und Mosaiken ausgestattet. Die Wärme kam aus dem Boden und aus Hohlziegeln in den Wänden, durch die heiße Luft aus den Heizkammern strömte. Genaue Raumtemperaturen sind nicht überliefert.

Die Reihenfolge in den Thermen

Wie ein Thermenbesuch genau ablief, ist nicht sicher überliefert und war wohl nicht überall gleich. Eine verbreitete Darstellung beschreibt den Weg vom Umkleideraum über das Frigidarium und das Tepidarium bis ins Caldarium. Andere Rekonstruktionen setzen das kalte Bad an das Ende. Sicher ist: Das Tepidarium lag räumlich und von der Wärme her in der Mitte. Der römische Architekt Vitruv schreibt, dass die Schwitzräume an den lauwarmen Raum angrenzen sollen. Ein Besuch in den Thermen dauerte oft mehrere Stunden.

Tepidarium heute: Temperatur und Nutzung

In heutigen Thermen ist ein Tepidarium meist ein Wärmeraum mit beheizten Liegen, Bänken und Wänden. Die Wärme kommt vor allem als Strahlungswärme aus diesen Flächen. Die Angaben schwanken: Planet Wissen nennt etwa 40 °C, der Südtiroler Hotelverbund Belvita 37 bis 39 °C bei niedriger bis mittlerer Luftfeuchtigkeit. Damit liegt die Temperatur nahe an der Körpertemperatur. Viele nutzen das Tepidarium zum Aufwärmen vor dem ersten Saunagang oder zum Ruhen zwischen den Gängen. Weil es so mild ist, passt es auch für Menschen, denen klassische Saunen zu heiß sind. Wie ein ganzer Saunagang abläuft, liest du in Saunagang richtig: Der Ablauf in 7 Schritten.

Häufige Fragen

Wie warm ist ein Tepidarium?

In modernen Thermen meist zwischen 37 und 40 °C, also etwa Körpertemperatur. Für die Antike sind keine genauen Werte überliefert, der Raum war dort mäßig warm.

Was ist der Unterschied zwischen Tepidarium und Caldarium?

Das Tepidarium ist der lauwarme Übergangsraum, das Caldarium der heiße Raum mit Warmwasserbecken. Heute ist ein Caldarium meist ein sehr feuchtes Dampfbad, ein Tepidarium ein milder Wärmeraum mit wenig Feuchtigkeit.

Verwandte Begriffe: Caldarium, Frigidarium, Laconium und Ruhephase. Alle Begriffe findest du im Sauna-Lexikon.