Hamam ist ein öffentliches Dampfbad aus dem Nahen Osten, in dem du durch kühle, warme und heiße Räume gehst und dich waschen und abschrubben lässt. Das Wort stammt aus dem Arabischen, die Wurzel hat mit Hitze und Wärme zu tun. Über das Persische und Türkische wurde daraus hamam.
Herkunft
Laut dem Metropolitan Museum of Art in New York lässt sich die Geschichte des Hamam auf die römischen Thermen zurückführen. Die ältesten bekannten islamischen Bäder entstanden in der Zeit der Umayyaden zwischen 661 und 750 in Syrien und Jordanien. Über Jahrhunderte war der Hamam in Städten des Nahen Ostens ein wichtiger Treffpunkt. Männer und Frauen badeten getrennt oder zu verschiedenen Zeiten. In der Türkei hat der Hamam laut dem Museum bis heute eine feierliche Rolle, etwa vor Hochzeiten. Laut einem Aufsatz der Soziologin Kornelia Hahn kam der Begriff türkisches Bad im 18. Jahrhundert in Europa auf.
So läuft ein Besuch ab
Ein klassischer Ablauf, wie ihn Fachleute aus Istanbuler Bädern gegenüber CNN beschreiben: Du ziehst dich um und wickelst dich in ein Baumwolltuch, den Peştemal. Im heißen Hauptraum liegst du auf einer erwärmten Marmorplatte, dem göbek taşı oder Nabelstein, und schwitzt. Danach wirst du mit Wasser übergossen und mit einem rauen Handschuh, dem Kese, abgerieben. Es folgt eine Schaummassage mit Seife. Zum Schluss ruhst du im kühlen Raum aus, oft mit einem Tee. Eine Badefrau aus Istanbul rät, sich direkt vorher nicht zu enthaaren und am Vortag keine öligen Pflegeprodukte zu benutzen.
Unterschied zur Sauna
In der finnischen Sauna ist die Luft heiß und eher trocken, nur der Aufguss bringt kurz Feuchtigkeit. Im Hamam ist es feucht und warm, die Wärme kommt aus Boden, Wänden und Dampf. Feste Temperaturen lassen sich schwer nennen, sie unterscheiden sich von Bad zu Bad. Mehr zum Vergleich liest du unter Dampfbad oder Sauna. Das Peeling kannst du zu Hause mit einem Saunasalz Peeling nachempfinden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hamam und Dampfbad?
Beide arbeiten mit feuchter Wärme. Zum Hamam gehören aber die Abfolge verschiedener Räume, der warme Marmor und meist das Abreiben mit dem Kese.
Was ist ein Kese?
Ein Kese ist ein rauer Waschhandschuh. Im Hamam reibt dich damit eine Badefrau oder ein Bademeister ab und löst so abgestorbene Hautschüppchen.
Verwandte Begriffe: Rasul, Tepidarium, Caldarium und Sudatorium. Alle Begriffe findest du im Sauna-Lexikon.
