Eine Eistonne im Garten oder auf der Terrasse macht das kalte Bad unabhängig vom See und vom Wetter. Damit sie sicher steht, das Wasser sauber bleibt und du die Kälte gut dosierst, helfen ein paar praktische Regeln. Hier sind acht Tipps aus der Praxis, mit Quellen für alle Sicherheitsfragen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vorher ärztlich abklären.
- Einen ebenen, tragfähigen Platz wählen.
- Handtuch und warme Kleidung bereitlegen.
- Immer abdecken, auch wegen Kindern.
- Sauber einsteigen, Wasser regelmäßig wechseln.
- Mit wenigen Sekunden beginnen.
- Nie allein ins Wasser.
- Danach zügig trocken und warm anziehen.
1. Vorher ärztlich abklären
Kaltes Wasser ist ein starker Reiz für Herz und Kreislauf. Die Krankenkasse BARMER schreibt, dass der Kälteschock zu Rhythmusstörungen oder sogar zum Herzstillstand führen kann. Wer Probleme mit Herz und Kreislauf hat, sollte deshalb auf Eisbaden verzichten. Vor dem ersten Eisbad empfiehlt die BARMER eine kardiologische Untersuchung, um mögliche Herzfehler auszuschließen. Auch die Apotheken Umschau rät gesundheitlich angeschlagenen und älteren Menschen, das Eisbaden vorher mit der Ärztin oder dem Arzt abzusprechen. Diese Frage klärst du am besten, bevor die Tonne gekauft ist. Unsere Sicherheitsregeln fürs Eisbaden fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
2. Einen ebenen, tragfähigen Platz wählen
Eine gefüllte Eistonne ist schwer. Ein Liter Wasser wiegt etwa ein Kilogramm, bei einigen hundert Litern kommt also schnell ein großes Gewicht zusammen, und du steigst ja auch noch hinein. Stell die Tonne deshalb auf einen ebenen, festen Untergrund wie Pflaster oder eine Betonplatte. Auf Balkon oder Dachterrasse solltest du vorher prüfen lassen, ob die Fläche das tragen kann, als Mieter sprichst du außerdem mit dem Vermieter. Ein schattiger Platz hält das Wasser länger kalt. Wenn du ein Kühlgerät nutzt, halte dich beim Anschluss genau an die Anleitung des Herstellers und lass eine Außensteckdose im Zweifel vom Elektrofachbetrieb installieren.
3. Handtuch und warme Kleidung bereitlegen
Nach dem Eisbad zählt jede Minute, die du nicht suchen musst. Die Apotheken Umschau rät, warme Kleidung schon vorher bereitzulegen. Plane den Weg von der Tonne ins Warme so kurz wie möglich und leg eine rutschfeste Matte vor den Einstieg. Ein großes Saunatuch liegt griffbereit neben der Tonne. Darüber ziehst du etwas, in das du schnell hineinkommst: Ein Poncho ist zum Umziehen und Aufwärmen gedacht, du ziehst dich darunter in Ruhe um. Mütze und warme Socken gehören ebenfalls dazu.
4. Immer abdecken, auch wegen Kindern
Eine offene Tonne voller Wasser ist für kleine Kinder gefährlich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder warnt: „Kleine Kinder können bereits in wenige Zentimeter flachem Wasser ertrinken.“ Sie rät, Regentonnen mit einem abschließbaren Deckel zu sichern und offene Wasserstellen abzusichern. Für die Eistonne heißt das: Deckel drauf, sobald du fertig bist, und zwar so, dass ein Kind ihn nicht allein öffnen kann. Lass die gefüllte Tonne nie offen und unbeaufsichtigt stehen. Ein Deckel hält außerdem Laub, Insekten und Sonne fern und das Wasser sauber.
5. Sauber einsteigen, Wasser regelmäßig wechseln
Je sauberer du einsteigst, desto länger bleibt das Wasser klar. Ein Hersteller von Eistonnen empfiehlt, vorher kurz zu duschen und die Füße abzuwischen. Für sein System mit Kühlgerät und Filter nennt er diese Pflege:
- Vorfilter einmal pro Woche prüfen und ausspülen.
- Filter alle vier Wochen wechseln.
- Wasser etwa alle drei Monate komplett tauschen.
- Unterseite des Deckels abwischen, damit sich kein Schimmel bildet.
Ohne Filter musst du das Wasser deutlich häufiger wechseln. Halte dich an die Anleitung deiner Tonne und tausch das Wasser spätestens, wenn es trüb wird, riecht oder sich ein Belag bildet.
6. Mit wenigen Sekunden beginnen
Beim Eisbaden sind die Wassertemperaturen laut Apotheken Umschau üblicherweise niedriger als 15 Grad. Bleib höchstens wenige Minuten im Wasser, um eine Unterkühlung zu vermeiden, und beginne mit wenigen Sekunden. Die BARMER empfiehlt, den Körper Schritt für Schritt an die Kälte zu gewöhnen, zum Beispiel mit kalten oder wechselnden Duschen am Morgen. Ein Thermometer in der Tonne zeigt dir, wie kalt das Wasser gerade ist, denn im Sommer erwärmt es sich, im Winter wird es von allein kälter. Steig langsam ein, spring nicht hinein und atme ruhig. Wie du dich Woche für Woche herantastest, beschreibt der Artikel Eisbaden für Anfänger.
7. Nie allein ins Wasser
Die Tonne steht im eigenen Garten, das wirkt harmlos. Die Regel gilt trotzdem: Die BARMER rät, niemals allein ins kalte Wasser zu gehen, denn im Ernstfall ist Hilfe unerlässlich. Auch die Apotheken Umschau schreibt: „Nicht alleine Eisbaden“. Zu Hause heißt das: Eine zweite Person ist dabei oder zumindest in Rufweite und weiß, dass du gerade in der Tonne bist. Leg ein Handy außer Reichweite des Wassers, aber griffbereit für deine Begleitung. Wenn dir schwindelig wird, du unkontrolliert zitterst oder dich verwirrt fühlst, steig sofort aus.
8. Danach zügig trocken und warm anziehen
Nach dem Ausstieg trocknest du dich ab und ziehst dich zügig warm an. Ein warmes, nicht heißes Getränk und etwas leichte Bewegung können helfen, wieder auf Temperatur zu kommen. Die Körpertemperatur kann nach dem kalten Bad noch eine Weile weiter sinken. Was dahintersteckt und wie du richtig reagierst, erklärt unser Artikel Afterdrop. Wenn du später wieder ganz warm bist, ist ein Fußbad ein ruhiger Abschluss. Unser Fußbadesalz Rose & Birke macht daraus ein kleines Ritual.
Häufige Fragen
Wie kalt sollte das Wasser in der Eistonne sein?
Beim Eisbaden liegt das Wasser laut Apotheken Umschau üblicherweise unter 15 Grad. Fang mit wenigen Sekunden an und bleib höchstens wenige Minuten im Wasser.
Wie oft muss ich das Wasser wechseln?
Das hängt davon ab, ob deine Tonne einen Filter hat. Mit Filter und Kühlgerät nennt ein Hersteller etwa alle drei Monate, ohne Filter deutlich häufiger. Maßgeblich ist die Anleitung deiner Tonne.
Brauche ich ein Kühlgerät?
Nicht unbedingt. Im Winter kühlt das Wasser draußen von allein ab. Im Sommer erwärmt es sich, dann helfen Eis oder ein Kühlgerät, das du nach Herstellerangabe anschließt.
Wie Sauna und kaltes Wasser zusammenpassen, liest du in Sauna und Eisbad im Wechsel. Ideen für das warme Fußbad danach findest du in Fußbad nach der Sauna: 5 Rezepte.
