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Regelmäßiges Saunieren senkt das Risiko für plötzlichen Herztod um bis zu 63 %

Omkring saunaen

Regelmäßiges Saunieren senkt das Risiko für plötzlichen Herztod um bis zu 63 %

Eine finnische Langzeitstudie mit über 2.300 Männern zeigt: Wer 4-7 Mal pro Woche sauniert, hat ein um 63 % geringeres Risiko für plötzlichen Herztod als Personen, die nur einmal pro Woche in die Sauna gehen. Auch die Gesamtsterblichkeit sank deutlich. Die Studie ist besonders relevant für alle, die Sauna als Teil ihrer Gesundheitsroutine nutzen oder damit beginnen möchten.
In diesem Beitrag

Eine finnische Langzeitstudie mit über 2.300 Männern zeigt: Wer 4-7 Mal pro Woche sauniert, hat ein um 63 % geringeres Risiko für plötzlichen Herztod als Personen, die nur einmal pro Woche in die Sauna gehen. Auch die Gesamtsterblichkeit sank deutlich. Die Studie ist besonders relevant für alle, die Sauna als Teil ihrer Gesundheitsroutine nutzen oder damit beginnen möchten.

Autor:innen & Beitragsinfo

  • Originalautor:innen: Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA
  • Quelle/Journal/Plattform: JAMA Internal Medicine
  • Veröffentlichungsdatum: April 2015
  • Lesedauer: 4-6 Min.
  • Themen-Tags: Sauna, Herz-Kreislauf, Sterblichkeit, Vorbeugung, Langzeitstudie

Worum geht es?

Saunabaden ist in Finnland weit verbreitet und wird seit Langem mit gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Doch wie stark ist der Zusammenhang zwischen Saunafrequenz und kardiovaskulärer Sterblichkeit tatsächlich? Diese prospektive Langzeitstudie an einer großen Gruppe aus Ostfinnland untersucht erstmals systematisch, ob häufigeres Saunieren mit einem niedrigeren Risiko für plötzlichen Herztod, koronare Herzkrankheit und Gesamtsterblichkeit einhergeht.

Was wurde gemacht?

  • Studiendesign/Format: Langzeit-Beobachtungsstudie (Kuopio Ischämische Heart Disease Risk Factor Study)
  • Teilnehmende/Setting: 2.315 Männer, 42-60 Jahre, aus Ostfinnland
  • Intervention/Exposition: Selbstberichtete Saunafrequenz (1×, 2-3×, 4-7× pro Woche) und Sitzungsdauer
  • Vergleich: Referenzgruppe = 1× pro Woche Sauna
  • Dauer: Median 20,7 Jahre Nachbeobachtung (Studienbeginn 1984-1989)
  • Gemessene Ergebnisse: Plötzlicher Herztod (SCD), fatale koronare Herzkrankheit (CHD), fatale kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD), Gesamtsterblichkeit

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 4-7× Sauna/Woche senkte das Risiko für plötzlichen Herztod um 63 % (HR 0,37) im Vergleich zu 1×/Woche
  • 2-3× Sauna/Woche zeigte bereits eine Reduktion um 22 % (HR 0,78)
  • Sitzungen über 19 Minuten reduzierten das SCD-Risiko um 52 % im Vergleich zu unter 11 Minuten (HR 0,48)
  • Die Gesamtsterblichkeit sank bei 4-7× Sauna/Woche um 40 % (HR 0,60)
  • Der Zusammenhang blieb auch nach Bereinigung um bekannte Risikofaktoren (BMI, Rauchen, Alkohol, Blutdruck, Cholesterin) stabil

Haupttext

Die finnische Kuopio-Studie gilt als Meilenstein in der Saunaforschung. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren begleiteten die Forscher 2.315 Männer mittleren Alters und erfassten deren Saunagewohnheiten sowie gesundheitliche Endpunkte.

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Menge und Wirkung: Je häufiger die Teilnehmer saunierten, desto niedriger war ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse und Tod. Besonders bemerkenswert ist die Reduktion des plötzlichen Herztods um 63 % bei Männern, die 4-7 Mal pro Woche in die Sauna gingen.

Auch die Dauer der einzelnen Sitzungen spielte eine Rolle. Sitzungen von mehr als 19 Minuten waren mit einem deutlich niedrigeren Risiko verbunden als kürzere Sitzungen unter 11 Minuten. Die Forscher vermuten, dass die Kombination aus Häufigkeit und Dauer die positiven Effekte verstärkt.

Als mögliche Mechanismen werden diskutiert: verbesserte Endothelfunktion (die Innenschicht der Blutgefäße arbeitet besser), Senkung des Blutdrucks, reduzierte arterielle Steifigkeit (die Blutgefäße verlieren ihre Elastizität) und positive Effekte auf das autonome Nervensystem. Saunabaden löst eine physiologische Reaktion aus, die einem moderaten körperlichen Training ähnelt - die Herzfrequenz steigt auf 100-150 Schläge pro Minute, und die Körperkerntemperatur erhöht sich.

Einschränkungen der Studie: Die Teilnehmer waren ausschließlich Männer mittleren Alters aus Finnland, wo Saunabaden kulturell stark verankert ist. Eine direkte Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen oder Saunakulturen ist daher mit Vorsicht zu betrachten. Zudem handelt es sich um eine Beobachtungsstudie - Kausalität kann nicht bewiesen werden.

Originalquelle

Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA (2015). Association Between Sauna Bathing and Fatal Cardiovascular and All-Cause Mortality Events. JAMA Internal Medicine, 175(4), 542-548. DOI: 10.1001/jamainternmed.2014.8187
Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25705824/

Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25705824/