Achtzig Grad oder lieber hundert? Und warum fühlen sich 45 Grad im Dampfbad so heiß an? Wer zum ersten Mal auf das Thermometer schaut, ist oft unsicher, was normal ist. Hier findest du die üblichen Werte für die wichtigsten Saunaarten, jeweils mit Quelle, und erfährst, wie du die richtige Temperatur für dich findest.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Finnische Sauna: 80 bis 100 Grad auf Kopfhöhe.
- Bio-Sauna: meist 45 bis 60 Grad.
- Dampfbad: rund 40 bis 50 Grad, fast 100 Prozent Luftfeuchte.
- Infrarotkabine: 40 bis 60 Grad Lufttemperatur.
- Oben ist es heißer als unten.
- Luftfeuchte verändert das Hitzegefühl.
- Der Kopf bekommt die meiste Hitze ab.
1. Finnische Sauna: 80 bis 100 Grad
Die klassische finnische Sauna ist heiß und trocken. Eine Übersichtsarbeit im Fachjournal Mayo Clinic Proceedings nennt 80 bis 100 Grad auf Kopfhöhe als empfohlene Temperatur, bei einer relativen Luftfeuchte von meist 10 bis 20 Prozent. Die Stiftung Warentest gibt bis zu 100 Grad und 10 bis 30 Prozent Luftfeuchte an. Auf diese Saunaart beziehen sich auch die meisten Studien. Für den Einstieg musst du nicht ganz nach oben: In einem Interview der Stiftung Warentest heißt es, anfangs reichten zwei Gänge von acht bis zehn Minuten auf der mittleren Bank bei 60 bis 70 Grad. Steigern kannst du später.
2. Bio-Sauna: meist 45 bis 60 Grad
Die Bio-Sauna, oft auch Sanarium genannt, ist deutlich milder. Laut Stiftung Warentest liegt die Lufttemperatur meist zwischen 45 und 60 Grad, die Luftfeuchte bei rund 50 Prozent. Viele Einsteiger und alle, denen die finnische Sauna zu heiß ist, empfinden die Bio-Sauna als angenehmen Einstieg. Wegen der höheren Luftfeuchte schwitzt du trotzdem spürbar. Wer in der finnischen Sauna schnell an seine Grenze kommt, kann den ersten Gang in der Bio-Sauna machen und später wechseln. Wie sich Bio-Sauna, Dampfbad und Banja unterscheiden, erklärt unser Artikel Bio-Sauna, Dampfbad, Banja.
3. Dampfbad: rund 40 bis 50 Grad
Im Dampfbad ist die Temperatur am niedrigsten, die Luftfeuchte am höchsten. Übliche Werte sind rund 40 bis 50, teils bis 60 Grad bei etwa 100 Prozent Luftfeuchte, wie t-online zusammenfasst. Trotzdem fühlt es sich oft heißer an, als die Zahl vermuten lässt. Der Grund ist einfache Physik: In gesättigter Luft kann der Schweiß kaum verdunsten, und der Dampf schlägt sich auf der kühleren Haut nieder. Die Haut wird dadurch weniger gekühlt. Deshalb sind 45 Grad im Dampfbad kein Spaziergang, auch wenn die Anzeige harmlos aussieht. Bleib anfangs nicht zu lange und geh raus, wenn es zu viel wird.
4. Infrarotkabine: 40 bis 60 Grad
Die Infrarotkabine funktioniert anders als eine Sauna. Sie heizt vor allem über Wärmestrahler, die den Körper direkt erwärmen, die Luft bleibt vergleichsweise kühl. Die Stiftung Warentest nennt eine Lufttemperatur zwischen 40 und 60 Grad. Klassische Aufgüsse sind darin nicht vorgesehen, weil es keinen Saunaofen mit Steinen gibt. Für die Infrarotkabine gelten deshalb eigene Regeln, die der Hersteller in der Anleitung beschreibt, zum Beispiel zum Abstand zu den Strahlern und zur Dauer einer Sitzung.
5. Oben ist es heißer als unten
Warme Luft steigt nach oben. In der Sauna ist es deshalb unter der Decke am heißesten und am Boden deutlich kühler. Die Übersichtsarbeit in Mayo Clinic Proceedings betont, dass die Temperatur am Boden niedriger ist, was für einen guten Luftaustausch sorgt. Für dich bedeutet das: Die Bank, auf der du sitzt, verändert deutlich, wie viel Hitze du abbekommst. Oben ist es am heißesten, unten am mildesten. Wenn du sitzt, ist dein Kopf in der heißesten Schicht, die Füße in der kühlsten. Wer liegt, hat Kopf und Füße auf einer Höhe. Mehr dazu liest du in Liegen oder Sitzen in der Sauna.
6. Luftfeuchte verändert das Hitzegefühl
Die Zahl auf dem Thermometer ist nur die halbe Wahrheit. Wenn Wasser auf die heißen Steine trifft, steigen Temperatur und Luftfeuchte vorübergehend an, so die Übersichtsarbeit in Mayo Clinic Proceedings. Genau diesen Hitzestoß spürst du beim Aufguss. Dieselben 85 Grad fühlen sich nach einem Aufguss deutlich heißer an als in trockener Luft. Ein Thermometer zeigt außerdem nur den Wert an der Stelle, an der es hängt, meist weit oben. Ein Hygrometer daneben hilft dir, beide Werte im Blick zu behalten. Wie Aufguss und Luftfeuchte zusammenhängen, erklärt der Artikel Luftfeuchtigkeit in der Sauna.
7. Der Kopf bekommt die meiste Hitze ab
Weil die heißeste Luft oben steht, bekommt beim Sitzen der Kopf am meisten Hitze ab. Deshalb tragen viele in der Sauna eine Mütze aus Wolle oder Filz. Bei uns hat damit alles angefangen: Florian hat sich eine Saunamütze genäht, um seinen Kopf in der Sauna vor der Hitze zu schützen, daraus ist frihed. entstanden. Unsere Saunamütze stone ist aus Wollwalk und wird in Lüneburg in Kooperation mit der Lebenshilfe von Hand genäht. Ob du wirklich eine brauchst, beantwortet der Artikel Brauche ich eine Saunamütze?
Häufige Fragen
Wie heiß sollte eine Sauna für Anfänger sein?
Starte auf der unteren oder mittleren Bank. In einem Interview der Stiftung Warentest heißt es, für den Anfang reichten zwei Gänge von acht bis zehn Minuten bei 60 bis 70 Grad.
Welche Temperatur ist in der Heimsauna richtig?
Für eine finnische Heimsauna sind 80 bis 100 Grad auf Kopfhöhe üblich. Beachte die Angaben deines Ofenherstellers und stell die Temperatur so ein, dass sie sich für dich gut anfühlt.
Warum ist es im Dampfbad so heiß, obwohl es nur 45 Grad hat?
Weil die Luft fast vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist. Der Schweiß kann kaum verdunsten, die Haut wird weniger gekühlt, und die Wärme fühlt sich stärker an.
Mützen in elf Farben findest du in der Kollektion Saunamützen. Warum die Mütze mehr ist als ein Accessoire, liest du in Warum eine Saunamütze mehr ist als ein Accessoire.
